Rom - Rund 36.000 Arbeitnehmer der krisengeschüttelten Autogruppe Fiat haben am Dienstag geschlossen gegen den geplanten Jobabbau gestreikt, dem 8.100 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. Im Gegensatz zu ähnlichen Protestaktionen in den vergangenen Wochen war das Klima am Dienstag heiterer als sonst. Nach dem Spitzentreffen am Montag Abend, bei dem Regierung, Gewerkschaften und Fiat-Management eine Aussetzung des umstrittenen Sanierungsplans bis Anfang Dezember beschlossen haben, um die Verhandlungen weiterführen zu können, sind die Gewerkschaften über eine mögliche Rettung der Arbeitsplätze optimistischer. Sie forderten die Regierung auf, weiterhin Druck auf Fiat auszuüben, um das Management des Konzerns zu einer Revision des Umstrukturierungsprojekts zu bewegen.Hoffnung für sizilianisches Werk Die für 2. Dezember geplante Dienstfreisetzung von 5.000 Arbeitnehmern ist somit vorerst ausgesetzt. Am Mittwoch ist ein weiteres Treffen zwischen dem Fiat-Management und den Gewerkschaften geplant. Die Verhandlungen sollen bis 5. Dezember weitergeführt werden. Hoffnung besteht auch für die von der Stilllegung bedrohten Werke von Termini Imerese. Die 1.800 sizilianischen Arbeitnehmer, die ab 2. Dezember dienstfrei gestellt werden, sollen ab Juni wieder zur Arbeit zurück, nachdem die Anlagen für die Produktion neuer Modelle angepasst wurden. "Durchbruch" "Wir haben einen Durchbruch geschafft. Das Unternehmen hat sich zu Verhandlungen über den Stellenabbau bereit erklärt. Jetzt beginnt die eigentliche Schachpartie", sagte der Gewerkschaftschef Guglielmo Epifani. Er rief die Regierung auf, weiterhin Druck auf Fiat auszuüben, da die Rettung der Arbeitsplätze für Italien eine absolute Priorität sei. Das Land brauche eine gesunde Autoindustrie. Der Chef der italienischen Altkommunisten, Fausto Bertinotti, beteuerte die Notwendigkeit eines direkten staatlichen Einsatzes zur Rettung des maroden Unternehmens. "Entweder der Staat beteiligt sich an einer Sanierungsaktion, oder es wird zur Zerstückelung des Unternehmens keine Alternative geben", sagte Bertinotti. (APA/Reuters)