In Österreich sollen die Internet-Surfer stärker zur Kasse gebeten werden. Nach der erfolgreichen Content-Vergebührung in Deutschland sei es auch in Österreich soweit, glaubt der Österreich-Geschäftsführer des Internetwertkartenanbieters paysafecard, Michael Altrichter. Print-Medien, Kontaktportale, Spiele, aber auch Mobile Content würden immer mehr der "freien Internet-Welt" entweichen.

Habe der Internetbenutzer bisher vor allem für Seiten mit speziellem Inhalt in die Tasche greifen müssen, werde die Bezahlung per Kontoangabe oder Micropayment bald zur Regel werden, so Altrichter am Dienstag in einer Presseaussendung. "Gerade jetzt stellen alle Web-Sites mit aufwendiger Inhalts-Gestaltung und entsprechenden Back-Up-Kosten ihren Content auf Vergebührung um. Das kann nur im Micropayment-Bereich liegen, sonst wendet sich der Kunde ab."

Zu wenig Geld druch Online-Werbung

Den Grund für das Umdenken sieht Altrichter, darin, dass mit Online-Werbung zuwenig Geld gemacht wird und die Geldgeber zunehmend ungeduldig werden. "Keines der Print-Medien ist bei seinem Web-Auftritt mit Werbung bisher in die schwarzen Zahlen gekommen", meint Altrichter.

Anders sei dies jedoch bei der Vergebührung. So sei das Wirtschaftsblatt-Produkt www.boerse-express.at seit seiner Einführung im April mit Kosten von 150 Euro pro User und Jahr zwar nur bei 600 Usern angelangt, aber dafür in den schwarzen Zahlen. Daher soll auch das bisher kostenfreie Archiv des Wirtschaftsblattes im Laufe der nächsten fünf Monate kostenpflichtig werden, habe der Chefredakteur und Herausgeber der "Wirtschaftsblatt Online AG", Christian Drastil, bestätigt.

Drastil gehe auch davon aus, dass das "WirtschaftsBlatt", sobald die gesamte Tageszeitung 2003 Online verfügbar gemacht werde, nicht gratis ins Internet gestellt werde. Auch bei ORF.at gebe es Überlegungen, für das geplante Online-Archiv, mit Wetter- und Event-SMS-Diensten, die Online-Leser zur Kasse zu bitten. Die Kosten für die tagesaktuellen Inhalte würden laut ORF-Online-Direktor Ronald Schwärzler aber beim gut besuchten Portal ORF.at per ORF-Gesetz vom Gebührenzahler getragen werden.

Der "Telekurier" strebe neben dem seit September kostenpflichtigen Archiv des trend/profil über paysafecard auch andere Wege zum Content-Micropayment an. Bis zum Frühjahr soll das Konzept hierfür stehen. (APA)