Bild nicht mehr verfügbar.

Im Archivbild von 1991 ist Nenad Batocanin rechts von Milosevic zu sehen.

Foto: APA/ EPA/ Pedja Mitic
Belgrad - In Belgrad ist am Dienstagabend erneut ein hoher Polizeibeamter ermordet worden. Der stellvertretende Direktor einer Verwaltungsabteilung im jugoslawischen Innenministerium, Nenad Batocanin (38), wurde in seinem Wagen in der Nähe des Stadions von Roter Stern Belgrad erschossen. Laut ersten Medienberichten habe der Täter das Feuer aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug eröffnet. Batocanin war jahrelang einer der Bodyguards des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und galt in Jugoslawien als einer der besten Karate-Kämpfer. Ermordet wurde auch ein 41-jähriger Mitfahrer von Batocanin. Im Juni dieses Jahres war vor einem Belgrader Hotel ein weiterer hoher Beamter der serbischen Polizei ermordet worden. Die Polizei hatte erst vor einigen Wochen den mutmaßlichen Mörder gefasst. Der Hauptorganisator des Mordanschlags auf Bosko Buha, ein früherer Mitarbeiter der serbischen Geheimpolizei, befindet sich indes weiterhin auf der Flucht. "Sekundäropfer" Der jugoslawische Innenminister Zoran Zivkovic hat am Mittwoch erklärt, dass der hohe Polizeibeamte Nenad Batocanin ein "Sekundäropfer" des Anschlags gewesen sei. Bei diesem Überfall war auch gewisser Zeljko Skrba getötet worden. Skrba ist ein ehemaliger Leibwächter des früheren bosnisch-serbischen Parlamentspräsidenten Momcilo Krajisnik. Zivkovic sagte gegenüber Medien, dass Batocanin keine Kontakte zum kriminellen Umfeld gepflegt habe. Batocanin ist ein ehemaliger Bodyguard des jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic und war zuletzt für den Wachdienst von hohen heimischen und ausländischen Amtsträgern und Diplomaten zuständig. Der 41-jährige Skrba soll ein Freund des früheren serbischen Geheimpolizisten Zeljko Maksimovic "Maki" sein. Maksimovic wird als Organisator der Ermordung des hohen serbischen Polizeifunktionärs Bosko Buha im Juni dieses Jahres neuerdings auch von der Interpol gesucht. Gemäß der Belgrader Tageszeitung "Vecernje novosti" hatte Skrba im Auftrag von Maksimovic Mordanschläge im bosnisch-serbischen Landesteil organisiert. Nicht auszuschließen sei, dass Skrba der Belgrader Polizei auch Tipps über Maksimovic gegeben habe. Drei einstige Komplizen von Maksimovic befinden sich seit einiger Wochen in Haft. (APA)