Hamburg - Der moslemische Extremist Osama bin Laden hat einem Zeugen des Motassadeq-Prozesses zufolge vor den Anschlägen am 11. September damit geprahlt, in den USA Tausende Menschen töten zu wollen. Der ehemalige Bin-Laden-Leibwächter Shadi Abdalla sagte am Mittwoch vor dem Gericht in Hamburg, dies sei etwa ein halbes Jahr vor den Angriffen geschehen. Die USA machen Bin Ladens El-Kaida-Gruppe für die Anschläge verantwortlich, bei denen etwa 3000 Menschen starben. Alle Leute (in dem Lager) hätten gewusst, dass Bin Laden gesagt habe, es werde etwas gegen Amerika unternommen, sagte der Zeuge, ein in Jordanien geborener Palästinenser, der 1997 nach Deutschland kam und hier Asyl erhielt. Aber was Bin Laden geplant habe, hätten sie nicht gewusst. Abdalla sagte als Zeuge in dem Prozess gegen den Marokkaner Mounir el Motassadeq aus, der ein Mitglied der Hamburger El-Kaida-Zelle gewesen sein soll. Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft hat er von den Planungen der Anschläge gewusst und für die Finanzierung der mutmaßlichen Täter gesorgt. Motassadeq hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Abdalla hat gestanden, 2000 und 2001 in El-Kaida-Lagern gewesen zu sein und viele der mutmaßlichen Attentäter vom 11. September gekannt zu haben. Eigenen Angaben zufolge diente er zwei Wochen lang als Leibwächter des Extremisten. Abdalla sei jedoch nicht in die Anschläge verwickelt gewesen, sagen seine Anwälte. (APA/Reuters)