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FOto:REUTERS/Larry Downing
Prag/Washington/Moskau - Der tschechische Ministerpräsident Vladimír Spidla hat laut einem tschechischen Zeitungsbericht wenige Tage nach einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush einen Krieg gegen den Irak als "höchst wahrscheinlich" bezeichnet. Spidla habe am Dienstag die Parlamentsfraktion seiner Sozialdemokratischen Partei darüber informiert, dass es "möglicherweise im Dezember oder Jänner zu einer bewaffneten Eskalation" im Konflikt um den Irak kommen werde, berichtete die regierungsnahe tschechische Tageszeitung Pravo. Der amerikanische Präsident habe in einem Gespräch mit dem tschechischen Regierungschef am Rande des Prager Nato-Gipfels vorige Woche in Prag betont, dass ein solcher Krieg "vermutlich unausweichlich" sei, berichtete das Blatt. Spidla spricht sich für ein neues UNO-Mandat im Fall eines Angriffs auf den Irak aus. "Kommersant": Angriff am 8.Dezember? Auch die Moskauer Tageszeitung "Kommersant" überlegt am Donnerstag, wann und aus welchem Anlass die USA ihren erwarteten Angriff auf den Irak beginnen: "Vielleicht ist der 8. Dezember der entscheidende Moment, an dem der Irak Dokumente über alle früheren und jetzigen Programme atomarer, biologischer oder chemischer Waffen vorlegen muss. Bagdad behauptet, dass alle Programme längst der Vergangenheit angehören, aber wird diese Antwort Washington überzeugen? Es kann aber auch sein, dass das Weiße Haus beschließt, Weihnachten noch friedlich zu feiern, und deshalb den ersten Bericht der Inspektoren abwartet, der im Jänner fällig ist. Auf jeden Fall läuft die Uhr nicht in Monaten, sondern in Wochen ab." (DERSTANDARD, Printausgabe, 27.11.2002,red)