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Imam Samudra war mit dem südostasiatischen Verbindungsmann der Al-Qa'ida bekannt

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Jakarta/Singapur - Der mutmaßliche Drahtzieher der Bombenanschläge von Bali hat nach indonesischen Polizeiangaben Kontakte zum angeblichen Verbindungsmann von Al-Qa'ida in Südostasien eingeräumt. Konfrontiert mit Beweisen, habe der festgenommene Hauptverdächtige Imam Samudra zugegeben, Riduan Isamuddin alias Hambali zu kennen, sagte der indonesische Polizeichef General Da'i Bachtiar am Mittwoch vor Reportern in Jakarta. Hambali soll auch eine führende Position bei der radikalen Islamistenorganisation Jemaah Islamiyah innehaben. Nach Angaben von Polizeisprecher Erwin Mappaseng wurden inzwischen zudem 13 weitere Männer festgenommen, die möglicherweise indirekt eine Rolle bei den Anschlägen spielten. Samudra war den Fahndern am Donnerstag ins Netz gegangen, als er mit einem Boot nach Sumatra übersetzen wollte. Einen Tag nach seiner Festnahme gestand er laut Behörden eine führende Rolle bei dem Attentat, bei denen am 12. Oktober mindestens 190 Menschen getötet wurden, hauptsächlich ausländische Touristen. Samudra, ein Informatiker, soll den Anschlag auf die zwei Nachtklubs im Ferienort Kuta am 12. Oktober geplant und sich nach dem Terrorschlag vier Tage auf Bali aufgehalten haben, um die Arbeit der Kriminalbeamten zu beobachten. Den Umgang mit Sprengstoff lernte er während eines Aufenthalts in Afghanistan. Erhöhte Gefahr Dem Premierminister von Singapur zufolge könnten indes Selbstmordattentäter die Terrorgefahr in der Region beträchtlich erhöhen. Ministerpräsident Goh Chok Tong reagierte damit auf die Verhaftung von vier mutmaßlichen Mitgliedern der Jemaah Islamiyah im benachbarten Malaysia, die angeblich Selbstmordanschläge auf US-Einrichtungen in Singapur geplant haben sollen. Er fügte weiters hinzu, dass angeblich zwei der Indonesier, die bei dem Bombenanschlag in Bali umgekommen sind, Selbstmordattentäter gewesen seien. Die Hypothese, es habe sich bei diesen Attacken um Selbstmordanschläge gehandelt, wird allerdings erst noch untersucht. Im vergangenen Jahr wurden in Malaysia, Indonesien, auf den Philippinen und in Singapur Dutzende mutmaßliche Terroristen festgenommen. Allein in Singapur, das ein enger Verbündeter Washingtons ist, sind 31 Männer ohne Gerichtsverfahren in Haft. Sie werden verdächtigt, Attentate auf amerikanische Ziele wie zum Beispiel Chemiefabriken geplant zu haben. Goh sagte, dass die Verhaftungen in Singapur das Netzwerk der Terroristen weitgehend zerstört haben. "Sie stellen keine akute Gefahr mehr dar." Aber Goh fügte hinzu: "Sie könnten uns aber auch Schaden zufügen, selbst wenn sie nur wenige oder gar keine lokalen Agenten haben. Aber wir sind auch für diese Herausforderung gut gerüstet." (DERSTANDARD, Printausgabe, 28.11.2002, AP, Reuters, red)