Wie überall in den Ländern, wo aufgrund der Größe der Landfläche ein Ausbau des Telefon-Festnetzes mit hohen Kosten verbunden ist, wird die Mobiltelefonie-Anbindung in Russland stark vorangetrieben. In den meisten Regionen kann bereits über GSM-Netzwerke telefoniert werden, erklärt Ekaterina Somova, Finanzdirektorin des Verbandes der GSM-Mobilfunknetzbetreiber der russischen Föderation; die weißen Flecken seien Landstriche mit nur wenigen Einwohnern. Insbesondere in den Ballungszentren sei der Besitz eines Handys schon fast gängig. Moskau beispielsweise mit seinen 8,7 Millionen Einwohnern habe fünf Mio. Festnetzanschlüsse und 2,5 Mio. Mobilfunkkunden.Rund 80 Mobilfunkbetreiber Rund 80, teilweise nur lokal auftretende, Mobilfunkbetreiber gibt es, erzählt Somova. Und obwohl das Interesse ausländischer Investoren und Telekomanbieter aufgrund des weltweit schlechten wirtschaftlichen Klimas nachgelassen habe, nimmt sie an, dass sich die hohe Zahl von russischen Anbietern durch Akquisitionen und Übernahmen reduzieren werde. Größte Betreiber sind MTS, Vimpelcom sowie Megafon, die zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent haben. An MTS, die an der Börse in New York notiere, ist die Deutsche Telekom beteiligt. Eine Weiterentwicklung des GSM-Standards hin zur nächsten, 4. Mobilfunkgeneration UMTS wird noch auf sich warten lassen, glaubt Somova. Für die meisten Bewohner Russlands seien die teureren, Bild- und Musikdateien beinhaltenden Dienste von UMTS zu teuer. (ruz, DER STANDARD Printausgabe, 28. November 2002)