Linz (APA) - Ein erster Erfolg für ein Projekt, das das oberösterreichische Landesmuseum gemeinsam mit Historikern der Kepleruniversität gestartet hat: Bei der Abklärung, ob Gemälde aus den Beständen des Museums als NS-Raubgut anzusehen und daher an die rechtmäßigen Besitzer beziehungsweise deren Nachfahren zurückzugeben sind, wurde nun bei einem Objekt die Enkelin der seinerzeitigen Besitzerin wurde in den USA ausgeforscht. Weitere 16 Bilder werden diesbezüglich noch geprüft.Das Gemälde "Geflügel" des niederländischen Genre-Malers Melchior Hondecoeter aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gehörte vor dem Krieg einer in Wien lebenden Jüdin. Die Odyssee des Bildes von 1938 bis in die Zeit nach 1945 konnte jetzt von den Historikern nachvollzogen und die Enkelin der ehemaligen Besitzerin ausgeforscht werden. Mit der in den USA lebenden Frau wurde bereits alles abgeklärt, sie bekommt das Bild. Landeshauptmann Josef Pühringer (V) wird in der Landesregierung den Antrag stellen, die Rückgabe des Gemäldes zu beschließen. Die Kosten für den Transport des Gemäldes in die USA soll das Land übernehmen. 1938 "beschlagnahmte" die Gestapo das Gemälde in der Wohnung der Wienerin. 1942 wurde es im Wiener Dorotheum im Auftrag Hitlers ersteigert, um in das in Linz geplante "Führermuseum" aufgenommen zu werden. In der Folge wurde das Gemälde im Großraum Linz deponiert, Ende 1944 oder Anfang 1945 erfolgte der Transport dieses Bildes und einer Reihe weitere Kunstwerke ins Salzkammergut, um in den Stollen von Bad Aussee in Sicherheit gebracht zu werden. Dabei geriet der Transport in einen Schneesturm, schließlich wurden die Gemälde in einem Gasthaus in Steeg am Hallstättersee "zwischengelagert". Dort blieben sie, bis die Amerikaner kamen. Diese stellten die Bilder sicher und übergaben sie in der Folge dem oberösterreichischen Landesmuseum zur Verwahrung. (APA)