montage: derstandard.at
Wien - Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erhöhen ihre Tarife ab dem kommenden Jahr. Mit 1. Jänner 2003 werden Preise für Fahrkarten der ÖBB im Schnitt um fast 5 Prozent angehoben. Betroffen sind vor allem mittlere Distanzen, sagte ein Sprecher der Bundesbahnen am Donnerstag. Details zur Tariferhöhung wollen die ÖBB noch nicht bekannt geben. Ob die zwölf österreichischen Verkehrsverbünde nachziehen und damit auch der Nahverkehr teurer wird, ist noch offen. Die Verbünde beraten laut ÖBB derzeit noch. Die Bundesbahnen begründen die Erhöhung damit, dass die Tarife derzeit nicht kostendeckend seien. Die letzte Anhebung liege bereits zwei Jahre zurück. Die Schienen-Maut, die die ÖBB zu zahlen hätten, sei zum Beispiel in diesem Zeitraum um 18 Prozent gestiegen. Außerdem werde in den nächsten Jahren weiter verstärkt in die Erneuerung und den Ankauf von neuen Zügen investiert, so der Sprecher. Wien - Bregenz wird um 20 Cent billiger Konkret machen die ÖBB die Tariferhöhung am Beispiel Wien - Linz fest. Ein Vorteilskartenbesitzer zahlt auf dieser Strecke ab 1. Jänner statt bisher 12 Euro dann 13 Euro. Um 20 Cent billiger wird die Strecke Wien - Bregenz. Wien - Innsbruck bleibt preislich unverändert. Den genauen Schlüssel - die ÖBB verrechnen im Fernverkehr in Zehn-Kilometer-Schritten - wollen die Bundesbahnen noch veröffentlichen. Den zwölf Verkehrsverbünden, die die Tarife für den Nahverkehr bestimmen, haben die ÖBB die beabsichtigte Erhöhung bereits mitgeteilt. Ob die Verbünde die Nahverkehrstarife entsprechend anpassen werden, müssen diese nun unabhängig entscheiden. ÖBB-Vorteilskarten-Besitzer fahren billiger nach Deutschland Neue Vergünstigungen gibt es hingegen für ÖBB-Vorteilskarten-Besitzer ab dem 15. Dezember 2002 bei Fahrten nach Deutschland und in die Schweiz. Sie erhalten künftig auch in diesen Nachbarländern Rabatt - allerdings nur 25 Prozent im Gegensatz zu 45 Prozent in Österreich. Darüber hinaus wird es jedoch auf diesen Strecken auch Familienrabatte geben. Günstiger werden zudem regelmäßige Fahrten zwischen Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Österreich. Im grenzüberschreitenden Nahverkehr mit diesen Ländern wird es künftig auch billigere Wochen- und Monatskarten geben. Für die neuen EURegio-Züge in die östlichen Nachbarstaaten. Die ÖBB würden damit noch vor der EU-Erweiterung einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs leisten, heißt es in einer Aussendung. ÖBB bekommt nun doch einen Finanzvorstand ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Wald bekommt nun doch einen kontrollierenden Finanzvorstand zur Seite gestellt. In der (morgigen) Freitag-Ausgabe der "Wiener Zeitung" wird die Position des CFO (Chief Financial Officer) ausgeschrieben. Verkehrsminister Reichhold (F) hatte diesen Schritt bereits im Juni angekündigt und mit dem Sanierungsbedarf begründet, schreibt die "Wiener Zeitung" dazu in einem vorab übermittelten Bericht. In der Ära des früheren Generaldirektors Helmut Draxler bestand die ÖBB-Führung noch aus fünf Männern. Während der Regierung von ÖVP und FPÖ wurden die Vorstandsposten auf drei dezimiert. Jetzt kommt wieder eine neue Spitzenposition hinzu. (APA)