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Die Grazer verlassen enttäuscht den Rasen.

Foto: APA/Artinger

Graz – Nur eine Halbzeit lang durften die Sturm-Fans am Donnerstagabend nach dem Führungstreffer von Charles Amoah kurz vor der Pause von einer Überraschung gegen Lazio Rom träumen. Nach dem Wechsel aber schlug die zweite Garnitur des Tabellendritten der italienischen Serie A durch Tore von Enrico Chiesa und des vorherigen "Chancen-Tods" Simone Inzaghi (2) eiskalt zu und stellte mit dem 3:1-Erfolg schon vor dem Rückspiel am 12. Dezember im heimischen Stadio Olimpico die Weichen ganz klar Richtung Aufstieg ins UEFA-Cup-Achtelfinale.

Gespräch mit Inzaghi zur Pause

Im ausverkauften Arnold Schwarzenegger-Stadion "zeigte Lazio 2 seine Muskeln" ('La Gazzetta dello Sport'), denn der Ersatz-Anzug von Trainer Roberto Mancini passte auch ohne die Starspieler Stam, Simeone, Corradi (waren gleich in Rom geblieben), Stankovic, Lopez, Fiore (nur auf der Bank) und Mihajlovic (nicht einmal im Kader). "Wir haben gewusst, dass Sturm im Angriff und Mittelfeld recht stark agiert, aber hinten Probleme hat und die Verteidigung langsam ist und das haben wir ausgenutzt. In der zweiten Hälfte ist uns gleich ein Tor gelungen, dann ist es für uns gelaufen. Ich habe in der Pause Inzaghi einiges gesagt, was er schließlich in zwei Tore ungemünzt hat", resümierte der Coach nach der Partie.

Foda: "Ansätze waren da"

Franco Fodas Analyse fiel zwiespältig aus: "Positiv war, dass wir spielerisch mithalten konnten und auch nach dem 1:2 noch auf den Ausgleich drängten. Die Mannschaft hat über 90 Minuten umgesetzt was ihr gesagt wurde, Ansätze zu einer weiteren Leistungssteigerung waren da. Allerdings haben wir zu viele Konzentrationsfehler gemacht, noch dazu auch bei Standardsituationen, die wir vorher genau besprochen haben." Die Probleme in der Defensive ("dort müssen wir noch arbeiten") dürften auch eine personelle "Nachbesserung" bringen, denn Präsident Hannes Kartnig kündigte an "über den Winter einen sehr guten Abwehrspieler zu holen."

Kartnig dank Einnahmen glücklich

Der Klubchef zeigte sich angesichts der tollen Kulisse und des Zahltages in Geberlaune: "Von den Einnahmen her bin ich sehr zufrieden. Ein ausverkauftes Haus, damit ist das Budget für diese Saison gesichert. Ich wäre zwar gerne noch mal weitergekommen, aber man darf nicht vergessen, dass wir gegen Lazio Rom gespielt haben." Von einem Ausflug nach Rom zum Rückspiel wollte der Sturm-Boss nichts wissen, doch die Europacup-Arithmetik machte ihm zu schaffen: "Vielleicht ist dort noch was drinnen und wir gewinnen 2:0." Vielleicht, nur wäre auch das zu wenig.(APA)