Brüssel/Muuga/La Coruna - Sieben Öltanker und 59 andere Frachter will die EU ab Sommer 2003 nicht mehr in ihre Hoheitsgewässer lassen. Das steht in einem Dokument, das die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete und das von der EU am Dienstag veröffentlicht werden soll. Betroffen sind 25 Frachter unter türkischer Flagge, elf unter den Flaggen von St. Vincent und den Grenadinen sowie acht unter der von Kambodscha.Die EU will sich damit gegen Vorwürfe wehren, sie habe trotz eines ähnlichen Unfalls vor der französischen Küste vor rund drei Jahren nichts zur Verhinderung solcher Vorfälle unternommen. Kontrollmängel Aus dem Dokument geht außerdem hervor, dass in französischen Häfen im Vorjahr weniger als zehn Prozent der Schiffe kontrolliert wurden. Laut EU-Regeln müssen mindestens 25 Prozent untersucht werden. Die meisten anderen EU-Staaten haben dieses Ziel erreicht. Beim EU-Gipfel in Kopenhagen wollen die Vertreter von Frankreich, Spanien und Portugal jene der übrigen Mitgliedstaaten davon überzeugen, schärfere Kontrollen für Tanker einzuführen. Am Freitag haben Greenpeace-Aktivisten im estnischen Hafen Muuga gegen das Auslaufen der "Byzantio" protestiert, obwohl die Hafenbehörden den Tanker nach einer Extrauntersuchung für in Ordnung befunden haben. Die Aktivisten wiesen darauf hin, dass die "Byzantio" wie die "Prestige" als Ein-Hüllen-Tanker zu gefährlich sei. Aus dem Wrack der "Prestige" dringt möglicherweise noch immer Öl, die spanischen Behörden befürchten, dass dies und ein am Freitag 30 Kilometer vor der Küste treibender Ölteppich zu weiteren Verseuchungen der Ufer führen könnten. (Reuters)