Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat den scheidenden israelischen UN-Botschafter wegen einer Rede kritisiert, in der er vor den Vereinten Nationen für eine Zwei-Staaten-Lösung im ehemaligen Palästina eingetreten war. Auf einer Kabinettssitzung am Sonntag sagten Sharon und Außenminister Benjamin Netanyahu, die Äußerungen des Diplomaten Yehuda Lankri seien ohne ihre Zustimmung erfolgt. Netanyahu lehnt die Gründung eines unabhängigen Palästinenser-Staates strikt ab. Lankri hatte am Freitag vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärt, Israel akzeptiere die Vision von "zwei Staaten, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben" als Grundlage für ein Friedensabkommen mit den Palästinensern. Es war das erste Mal, dass ein offizieller Vertreter Israels diese Formulierung in einer offiziellen Rede verwendet hatte. Sharon hatte in den vergangenen Wochen allerdings selbst eingeräumt, dass die Palästinenser im Rahmen eines Abkommens mit einem eigenen Staat rechnen könnten. Sharon hat wiederholt die Grundsatzerklärung des US-Präsidenten George W. Bush vom Juni dieses Jahres akzeptiert, welche die Gründung eines eigenen Staates für die Palästinenser vorsieht. Mit nicht näher bezeichneten Einschränkungen akzeptierte Sharon auch den Zeitplan für ein dauerhaftes Friedensabkommen, den das so genannte Nahost-Quartett ursprünglich am zwanzigsten Dezember verabschieden wollte. Nach israelischen Berichten soll sich die US-Regierung auf Drängen des rechten Regierungschefs allerdings bereit erklärt haben, die Verabschiedung des Zeitplans bis nach der israelischen Parlamentswahl am 28. Jänner zu verschieben. (APA)