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Foto: EPA/EFE/X. Rey
La Coruna/Santiago de Compostela/Madrid - In Santiago de Compostela demonstrierten am Sonntag Tausende Galicier für wirksamere Maßnahmen im Kampf gegen veraltete "Todestanker" vor Europas Küsten. Unter dem Motto "Nie wieder" klagten sie mangelnden Weitblick und fehlendes Krisenmanagement der Verantwortlichen an. Die Opposition im galicischen Parlament kündigte einen Misstrauensantrag gegen den konservativen Regionalpräsidenten Manuel Fraga Iribarne an, der, "statt die von der Ölpest betroffenen Gebiete zu besuchen, lieber jagen ging." Widersprüche Über die Gefahren der Ölpest für die an den Säuberungsarbeiten Beteiligten gibt es einander widersprechende Aussagen: Ein Toxikologe der Universität von Santiago bestätigte erste Analysen von Greenpeace und stellte einen hohen Anteil an Schwefel und krebserregenden Substanzen fest. Die galicische Regionalregierung dagegen hat eine akute Gefährdung von Menschen ausgeschlossen: Nur für den Fall hoher Temperaturen würden Maßnahmen zum bereits angeordneten Gebrauch von Brillen, Schutzmasken und spezieller Kleidung notwendig. Auf den Fischmärkten werden Klagen über die zunehmende Verunsicherung der Konsumenten und - als deren Folge - drastische Umsatzrückgänge laut: "Selbst bei Fischen aus dem Mittelmeer zeigen sich die Kunden skeptisch", beschwerte sich ein Madrider Großhändler. Die spanische Regierung ist entschlossen, in Zukunft aktiv gegen die als unsicher eingestuften Einwand-Tankschiffe vorzugehen. In einer mit Portugal, Frankreich und Italien abgestimmten Vorgangsweise wurde in der Nacht auf Sonntag ein maltesisches Schiff, das nicht über die geforderten Sicherheitsvorkehrungen verfügt, von einem Kriegsschiff zum Abdrehen gezwungen.(DER STANDARD, Printausgabe, 2.12.2002)