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Janica Kostelic

Foto: Reuters/ Caskey
Aspen - Wer beim Wetten nichts gewinnen will, setzt am besten auf Janica Kostelic, auch wenn diese im Slalom von Aspen nur Zweite hinter der Schwedin Anja Pärson wurde. Die Kroatin wird so was von überlegen den Weltcup gewinnen, dass sie wahrscheinlich jetzt schon im Wettbüro keine Quoten mehr zusammenbringen. Weltcup-Titelverteidigerin Michaela Dorfmeister liegt als Neunzehnte 279 Punkte hinter der überlegen führenden Kostelic, Dorfmeister hat nicht einmal noch einen Podestplatz zusammengebracht, Nicole Hosp ist beste Heimische, ihr Sieg (RTL) von Sölden war also kein Zufall. Dorfmeister cool ÖSV-Damenchef Herbert Mandl: "Bei der Michi ist es nur eine Frage der Zeit. Sie ist im Training so gut drauf wie noch nie, darf jetzt einfach nicht den Kopf verlieren. Nach den drei Speed-Rennen in Kanada kann es schon wieder ganz anders ausschauen." Dorfmeister selbst gibt sich betont cool: "Ich weiß ja, dass ich nicht langsam bin, werde mich deshalb jetzt nicht verrückt machen." Die nächste Zirkusstation ist Lake Louise, dort werden zwei Abfahrten und ein Super-G abgehalten, Dorfmeister könnte zu ihrer Form finden. Kostelic wird jetzt schon schwindlig, wenn sie an ihre Überlegenheit und daran denkt, wie lange sie diese Form noch aufrechterhalten muss, bis die Saison endlich (16. 3., Weltcupfinale in Lillehammer) zu Ende sein wird. "Ich bin deshalb nicht sicher, ob ich wirklich alle Rennen fahren werde", sagt die dreifache Olympiasiegerin. Der ÖSV hat bisher mit dem seit Jahren kriselnden Damenteam - Dorfmeisters Weltcupsieg darf über die mannschaftliche Schwäche in einem Sport, den nur wenige Nationen ernsthaft betreiben, nicht hinwegtäuschen - nur einen Sieg, eben den von Hosp in Sölden. "Auf die Sprünge helfen" Mandl scheint etwas grantig, dass der angeblich solide Mittelbau wie Brigitte Obermoser, Selina Heregger und Tanja Schneider auslässt. Mandl: "Fast scheint es, sie haben Angst vor dem Rennfahren. Aber schimpfen hilft da nichts, ihnen muss man jetzt einfach auf die Sprünge helfen." Nur einen Grund für die (nicht überraschende) Schwäche lässt keine der Damen und auch nicht Mandl gelten: übergroße Harmonie nach dem Abgang des alten Ekels Karl Frehsner zu den Schweizer Herren. (DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 2. Dezember 2002, APA, red)