Wien - Die Erste Bank hat beim Erwerb der tschechischen Sparkasse Ceská sporitelna deutlich weniger faule Kredite übernommen, als in tschechischen Bankenkreisen kolportiert wird, stellte die für Zentraleuropa zuständige Pressesprecherin des Instituts, Hana Cygonkova, fest. Die in der Montagausgabe des STANDARD genannte Zahl von 50 Mrd. tschechischen Kronen (1,65 Mrd. Euro) sei viel zu hoch angesetzt. Das Kreditportefeuille der Ceská sporitelna habe Ende 1999 (die Übernahme fand im März 2000 statt) 87,7 Mrd. Kronen betragen. Davon seien von tschechischer Seite 22,4 Mrd. Kronen als uneinbringlich und 65,3 Mrd. Kronen als "sauber" eingestuft worden. Der Erste Bank sei damals allerdings das Recht eingeräumt worden, die als "sauber" klassifizierten Kredite innerhalb von 18 Monaten zu überprüfen und unter Beiziehung eines unabhängigen Prüfers gegebenenfalls in die Kategorie "uneinbringlich" umzureihen. Restrukturierung abgeschlossen Aus dieser Reklassifizierung - so Cygonkova - seien 7,1 Mrd. Kronen zu den ursprünglich 22,4 Mrd. Kronen faule Kredite hinzugekommen, sodass sich das Portefeuille der praktisch uneinbringlichen Forderungen auf 29,5 Mrd. Kronen erhöht habe, zu denen es Wertberichtigungen im Ausmaß von 7,4 Mrd. Kronen gegeben habe. Von diesen uneinbringlichen Forderungen seien bis Mitte dieses Jahres 14,6 Mrd. Kronen an die Konsolidierungsagentur zum Preis von neun Mrd. Kronen übertragen worden. Damit sei die Restrukturierung des Kreditportefeuilles der Ceská sporitelna abgeschlossen, versicherte Cygonkova. Die Erste-Bank-Pressesprecherin wehrte sich auch dagegen, den Erfolg der Ceská sporitelna, die ihre Eigenkapitalrendite von 6,8 Prozent im Vorjahr auf zuletzt 24,4 Prozent steigern konnte, ausschließlich auf die Transaktion mit faulen Krediten zurückzuführen. Es seien wesentliche Rationalisierungen vorgenommen und neue Produkte eingeführt worden. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 3.12.2002)