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Die 1949 von Astrid Lindgren verfasste Geschichte im Archiv der Königlichen Bibliothek von Stockholm bei ihrer Präsentation

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Foto: APA/epa/Jack Mikrut
Hamburg/Stockholm - Die überraschend entdeckte Pippi-Langstrumpf- Geschichte wird noch vor Weihnachten in mehreren deutschen Zeitungen veröffentlicht werden. "Die Zeitungen haben uns die Bude eingerannt und um das Recht auf Veröffentlichung nachgefragt", sagte die Pressesprecherin des Oetinger Verlages, der die deutschen Ausgaben von Astrid Lindgrens Werk herausgibt, am Mittwoch: "Wir haben wie alle anderen erst am Dienstag von der Existenz der Geschichte erfahren, heute haben wir die Geschichte schon übersetzt." Sie hat den Titel "Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten" und umfasst lediglich etwa zwei Buchseiten. Ob und in welcher Form die Geschichte später vom Verlag herausgebracht werden wird, ist noch offen. "Eine Ausgabe als Bilderbuch wäre vielleicht denkbar." Zufallsfund Wie die Bibliothekarin Lena Törnqvist am Dienstag im Rundfunk berichtete, fand sie die 1949 von der Autorin Astrid Lindgren verfasste Geschichte im Archiv der Königlichen Bibliothek. Schon vor einigen Monaten übrigens, sie hielt die gute Nachricht aber vorerst noch geheim. "Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten" sei auf der Rückseite eines Pappbogens zum Ausschneiden einer Pippi-Puppe gedruckt worden. Törnqvist hält die Geschichte nicht unbedingt für ein Meisterwerk, ist sich aber sicher, dass sie ein Verkaufsschlager sein wird. Zum Inhalt: Die Geschwister Pelle, Bosse und Inga sitzen am Heiligen Abend traurig und alleingelassen in der elterlichen Wohnung herum: Ihre Mutter liegt im Krankenhaus, der Vater ist als Kapitän auf den sieben Weltmeeren unterwegs, Festessen und Geschenke gibt es auch nicht. Da rumpelt es im Treppenhaus, und Pippi schaut mitsamt dem Affen Herr Nilsson, dem Pferd Kleiner Onkel und jeder Menge Geschenke vorbei, um das "schrecklichste Weihnachtsfest", das die Kinder jemals erlebt haben, noch in das beste verwandeln. Und es wäre nicht Pippi Langstrumpf, wenn sie nicht wieder Konventionen über den Haufen werfen würde: weil sich die Tanne beim Tanz um den Weihnachtsbaum doch sicher langweilt, wird sie kurzerhand in den Reigen miteinbezogen. "Wieso soll der Baum keinen Spaß haben?" Hintergrund Die Geschichte wurde zu einer Zeit geschrieben, als die Figur der Pippi Langstrumpf bereits etabliert und überaus populär war. Astrid Lindgren hatte darin eingewilligt, zusätzlich zu den größeren Romanen kleinere "Extra-Geschichten" mit Pippi zu schreiben. Nach einer davon, "Pippi im Hummelgarten", wurde Jahre lang gesucht. Von dieser ist allerdings zumindest der Name überliefert - von "Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten" hatte bisher nicht einmal Astrid Lindgrens Familie etwas gewusst. (APA/dpa/red)