Wien - Für Gespräche der Grünen mit der ÖVP spricht sich die ehemalige Bundesgeschäftsführerin der Umweltpartei und Neo-Abgeordnete Michaela Sburny aus. Allerdings sei dies nicht gleichzusetzen mit Koalitionsverhandlungen, die "derzeit nicht zielführend" seien. Sburny - sie erhält das nach Auszählung der Wahlkarten den Grünen zugefallene 17. Mandat - meinte am Dienstag im Gespräch mit der APA, es sei zu wenig, politisch zu sagen, "Schwarz-Grün geht nicht, das ist böse. Ich will nicht auf der rein moralischen Ebene argumentieren. Aber ich glaube schon, dass gesellschaftspolitisch zwischen beiden Parteien ein größeres Problem besteht". Diese Schwierigkeiten seien beispielsweise in der Frauenpolitik gegeben. Aber auch bei der Frage nach den Aufgaben des Staates, "da geht's einfach wirklich auseinander. Da geht es nicht um Punkte, die man klären könnte. Ich halte es durchaus für möglich, dass man sich über die Abschaffung der Ambulanzgebühr einigen kann, aber das ist nicht die Basis für die Zusammenarbeit", so Sburny. Angst der Grünen vor Verhandlungen mit der ÖVP gebe es sicher keine. "Ich hätte überhaupt keine Angst, wirklich auch ein entsprechendes Gegengewicht durch die Grünen darzustellen". Allerdings teile sie nicht die Meinung von Sicherheitssprecher Peter Pilz, dass die Grünen in einer Zusammenarbeit mit der ÖVP die Volkspartei grüner machen könnten, so wie zuvor der FPÖ gelungen sei, in der Koalition die ÖVP blauer zu machen. "Da irrt Pilz. FPÖ und ÖVP haben nicht nur inhaltlich eine große Übereinstimmung, sondern auch in den Werten. Da kann man leichter hin und her schwimmen. Und die ÖVP hat sich ja wirklich ganz stark der FPÖ angenähert, wenn man sich die Asylgeschichten anschaut. Insofern hinkt der Vergleich von Pilz". Also warum Gespräche, aber keine Koalitionsverhandlungen? - Sburny: "Ich will da nicht semantisch herumreiten. Aber ich weiß, es gibt große Unterschiede zur ÖVP. Die Wahrscheinlichkeit, in der derzeitigen Situation mit der derzeitigen ÖVP zu einem Ergebnis zu kommen, halte ich für sehr gering". Vielleicht könne man sich in zwei Punkten einigen. Allerdings sei dies zu wenig. Gespräche wiederum seien deshalb notwendig, auch um zu wissen, was die ÖVP in den nächsten Jahren vorhabe. "Diese Gespräche sind absolut notwendig". Aber "Verhandlungen in dem Sinn, wir wollen tatsächlich eine Koalition mit der ÖVP, halte ich derzeit für unmöglich". Derzeit? - "Das heißt, nach dem Ergebnis dieser Wahl". (APA)