Istanbul - Über die Aufhebung des gegen den kurdischen PKK-Chef Abdullah Öcalan verhängten Todesurteils muss der türkische Berufungsgerichtshof noch einmal verhandeln. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldete, ließ das Staatssicherheitsgericht Ankara die Einsprüche der Nebenklage und der Verteidigung gegen die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslange Haftstrafe zu. Die Türkei hatte im August die Todesstrafe abgeschafft, woraufhin alle Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt wurden. Über die Einsprüche beider Seiten im Fall Öcalan muss nun der Berufungsgerichtshof entscheiden. Die Anwälte der als Nebenkläger auftretenden Hinterbliebenen von PKK-Opfern machen in ihrem Einspruch geltend, die Aufhebung der Todesstrafe sei "system- und rechtswidrig". Die Verteidigung wendet sich indessen gegen die Regelung, dass die an die Stelle der Todesstrafe tretende lebenslange Haftstrafe bei Terrorstraftaten nicht durch Amnestien oder Bewährung verkürzt werden kann - dies verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung. Öcalan, Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), war im Juni 1999 wegen Hochverrats und Terrorismus zum Tode verurteilt worden. (APA/AFP)