Hamburg - Etwa jede zweite Frau, die erstmals nach dem 35. Lebensjahr schwanger wird, hat das Baby nicht geplant. Bei einer Studie an der Universität Hannover erklärten dies 58 Prozent der befragten 200 "späten Mütter", wie die deutsche Frauenzeitschrift "Woman" berichtet. 12,3 Prozent der Mütter seien bei der Geburt ihres ersten Kindes älter als 35 Jahre, so die Studie. Das seien vier Mal so viele Frauen wie Anfang der achtziger Jahre. Die Sozialwissenschafterin Dorothea Krüger erklärte dem Blatt zu den Ursachen: "Es gibt zwar nicht die eine, allumfassende Erklärung. Typisch aber sind zwei Faktoren: Der Beruf ging vor, und die Frauen fanden über lange Zeit nicht den richtigen Partner." Problem der Vereinbarkeit Die meisten der späten Mütter sind zwischen 36 und 38 Jahre alt, berichtete die Zeitschrift weiter. Über 40 Jahre waren nur sieben Prozent. Für fast alle Befragten sei es ein entscheidendes Problem, Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu müssen. Besonders die Befürchtung, für die Zeit ihrer Abwesenheit keine angemessenen Betreuungsmöglichkeiten zu bekommen, sei ein Grund, dass Frauen immer später Mutter würden. Die Studie hat dem Bericht zufolge ergeben, dass nur zwölf bis 14 Prozent der späten Mütter ihren Beruf aufgeben. 50 bis 75 Prozent davon sind hoch qualifiziert. Vier von fünf späten Müttern sind verheiratet oder leben in einer festen Beziehung. Ihre Partner helfen viel im Haushalt; bei etwa einem Drittel wird die Hausarbeit partnerschaftlich geteilt. Von den späten Erstgebärenden hatte sich jede Vierte einer Hormontherapie unterzogen, sehr gering jedoch ist die Zahl der In-vitro-Befruchtungen. Jede Dritte hatte bereits eine oder mehrere Abtreibungen. Und: Ein Zweitkind können sich nur 23 Prozent vorstellen. (APA/AP)