Rom - Italien hat Vorbehalte gegen die neuen Finanzierungsvorschläge der EU-Ratspräsidentschaft an die Beitrittskandidaten. Regierungschef Silvio Berlusconi habe seine Bedenken zu den erhöhten Agrarbeihilfen bei einem Besuch des dänischen Außenministers und EU-Ratspräsidenten Per Stig Moeller in Rom zur Sprache gebracht, teilte Berlusconis Pressedienst am Dienstag mit. Der italienische Regierungschef habe sich zudem dafür ausgesprochen, auf dem EU-Gipfel in Kopenhagen einen Verhandlungsbeginn mit der Türkei festzusetzen. Dabei solle es insbesondere um die EU-Kriterien zu "Menschenrechten und Demokratie" gehen, hieß es weiter. Zuvor hatte Frankreich vor Gesprächen über einen EU-Beitritt weitere Reformen von der Türkei verlangt. Wenn über den Beginn von Beitrittsverhandlungen entschieden werden solle, müsse die Türkei "vor allem mit den demokratischen Forderungen der EU" in Übereinstimmung sein, sagte der französische Außenminister Dominique de Villepin vor der Nationalversammlung in Paris. Ankara müsse seine Reformbemühungen deshalb fortsetzen, um das Land näher an Europa heranzubringen. Die EU werde die Türkei "an ihren Taten messen". EU-Ratspräsident Moeller hatte zuvor gesagt, die Türkei werde selbst bei der baldigen Einleitung von Beitrittsverhandlungen frühestens in 15 bis 20 Jahren Vollmitglied der EU werden. Der Status der Türkei soll auch Thema der deutsch-französischen Konsultationen am Mittwoch im brandenburgischen Storkow sein. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte gesagte, er werde dem französischen Präsidenten Jacques Chirac vorschlagen, eine gemeinsame Linie für den EU-Gipfel in der kommenden Woche zu erarbeiten.(APA)