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Foto: EPA/AFP/Pornchai Kittiwongsakul
Handybedingte Unfälle werden in Österreich statistisch noch nicht extra erfasst, nehmen aber nach ARBÖ -Schätzung zu. In Amerika sind die handybedingten Verkehrsunfälle sogar dramatisch gestiegen. Einen Hinweis, dass das Hantieren mit Handys auch hierzulande mehr Unfälle auslöst, ist aus der Tatsache herauszulesen, dass durch "Unachtsamkeit und Ablenkung" bedingte Unfälle sich häufen und 2001 schon an vierter Stelle der Unfallursachen standen - nach Geschwindigkeit, Vorrangverletzung und Überholen. Seit Juli 1999 nur mehr mit Freisprecheinrichtung "Schon durch einen kurzen Moment der Unaufmerksamkeit kann es zu einem Unfall kommen," warnt die ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert. In einer Presseaussendung erinnert der ARBÖ daran, dass in Österreich seit Juli 1999 Fahrzeuglenker während der Fahrt nur dann telefonieren dürfen, wenn sie eine Freisprecheinrichtung benützen, ansonsten droht eine Strafe von 21 Euro. Versicherung ersetzt den Schaden möglicherweise nicht Der Griff nach dem heruntergefallenen Handy, Essen und Rauchen hinter dem Steuer sind gesetzlich zwar nicht ausdrücklich verboten, die Folgen nach einem Unfall können den Lenkern aber teuer kommen. Göppert: "Die genauen Umstände eines jeden Falles müssen auf das Vorliegen von grober Fahrlässigkeit überprüft werden. Wird eine 'auffallende Vernachlässigung der erforderlichen Sorgfalt' festgestellt, dann ersetzt die Kaskoversicherung keinen Schaden." Auf die Strasse kommt es an Das Aufheben eines Handys muss nicht unbedingt schon grob fahrlässig sein, befand der Oberste Gerichtshof (OGH). Es kommt ganz darauf an, ob die jeweiligen Straßenverhältnisse eine erhöhte Aufmerksamkeit des Lenkers erfordert hätten. Bei einer schmalen, kurvenreichen Straße kann das "Fischen" nach dem Mobilphone eine grob fährlässige Handlung darstellen, nicht aber beispielsweise bei einer breiten und trockenen Landstraße. Auch andere ablenkende Tätigkeiten während des Fahrens sollten tunlichst vermieden werden, mahnt der ARBÖ: Sich während der Fahrt eine Zigarette anzünden, eine CD suchen oder die Schnitzelsemmel halten. Schlimmer wird's wenn auch noch Panik- und Reflexreaktion hinzukommen, die glühende Asche herunterfällt oder die Majonäse auf die Hose klatscht.(red)