In der Mehrheit der Pressestellen deutscher Unternehmen herrscht "Ahnungslosigkeit über die Bedürfnisse der Medien". So sehen das zumindest die Medienvertreter selbst. Laut einer Studie der Kommunikationsberatung Wiegand & Wiegand Media Services , die auf einer Online-Befragung von 291 Journalisten basiert, ist die Unzufriedenheit mit der Pressearbeit der Unternehmen in den Redaktionen groß. Demnach seien die Pressestellen vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen "besonders mangelhaft". Aber auch sonst sei der "Blick für journalistische Bedürfnisse" nicht gegeben. "Pressestellen und Journalisten sind vielfach wie Feuer und Wasser", resümiert der Mediencoach Wolf Achim Wiegand über die Studienergebnisse. "Ahnungslosigkeit über Bedürfnisse der Medien" Die "Ahnungslosigkeit über Bedürfnisse der Medien" in den Pressestellen deutscher Unternehmen löst mit 25 Prozent bei Journalisten die größte Verärgerung aus. In den Unternehmen werde "zu viel belangloser Informationsmüll" produziert. Vor allem bei Krisen werde nur "gemauert" oder "dicht gemacht". Zudem finde die Reaktion auf Presseanfragen schlicht "zu langsam" statt. Häufig gäbe es "Unverständnis für den Termindruck von Medien" sowie "ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der Presse". "Mehr Offenheit bei Krisen" Entsprechend gestalten sich auch die Wünsche an professionelle Pressestellen von Seiten der Redaktionen: An erster Stelle steht "mehr Offenheit bei Krisen", dicht gefolgt von "mehr Schnelligkeit" und "mehr generelle Informationsbereitschaft". "Viele Unternehmenspressestellen arbeiten an den Bedürfnissen von Journalisten vorbei", so Wiegand. Dies sei für ihr Image nachteilig. Pressearbeit habe nichts mit Werbung zu tun. "Die Medien wünschen kein PR- oder werbelastiges Material, sondern partnerschaftlich-transparente Pressearbeit und kompetente Gesprächspartner", erklärt Wiegand. Wiegand & Wiegand Media Services ist im Bereich Kommunikationsberatung und Mediencoaching für Führungskräfte tätig. Die Online-Befragung wurde laut eigenen Angaben unter 291 Journalisten aus allen Mediensparten durchgeführt, wobei insgesamt 672 Fragebögen verschickt wurden (43 Prozent Rücklaufrate). (pte)