Bild nicht mehr verfügbar.

Zahlreiche Delfine verenden beim Tunfischfang - geschätzte sechs Millionen seit den fünfziger Jahren im Ostpazifik.

Foto: APA/EPA/Angel Diaz

Washington - Etwa 3.000 Delfine kommen jährlich im Zuge des Tunfischfangs im Pazifik westlich von Mittelamerika und Mexiko ums Leben. Dies geht aus einem Bericht der US-Regierung hervor, der im August vom Wissenschaftszentrum der Ozeanischen und Atmosphärischen Abteilung im Washingtoner Handelsministerium erstellt wurde. Die noch unveröffentlichte Studie wurde der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch von einer Umweltgruppe in San Francisco übergeben.

Demnach wurden seit den fünfziger Jahren im Ostpazifik schätzungsweise sechs Millionen Delfine von Tunfischfängern versehentlich getötet. Die Fischerei werde in den vergangenen Jahren zwar wesentlich wissenschaftlicher betrieben, doch habe sich die Situation dadurch kaum verbessert. In früheren offiziellen Studien hatte es geheißen, Delfine würden zwar manchmal in Netzen für Tunfische gefangen, dann aber unversehrt wieder freigelassen.

Die Umweltgruppe Earth Island Institute aus San Francisco warf der US-Regierung vor, den neuen Bericht bewusst zurückzuhalten. Eine Veröffentlichung würde die amerikanischen Hilfen für Mexiko und andere Staaten in Frage stellen, die angeblich "delfinsicheren" Tunfisch in die USA importierten. Die US-Regierung hatte sich im vergangenen Jahr um eine Lockerung der strengen Vorschriften für die diesbezügliche Kennzeichnung von Tunfisch eingesetzt, war damit aber vor Gericht gescheitert. (APA/AP)