Warschau - Polen ist mit 38,3 Millionen Einwohnern das größte der zehn Länder, die in die Europäische Union aufgenommen werden sollen. Polnische Politiker sind angesichts eines für Mai kommenden Jahres geplanten Referendums über die Mitgliedschaft nervös. Nach jüngsten Umfragen wollen nur 56 Prozent der polnischen Wähler an der Befragung teilnehmen. Von ihnen wollen aber 68 Prozent dem Beitritt zustimmen. Politische Beobachter halten es aber für möglich, dass die nötige Beteiligung von 50 Prozent an dem Referendum nicht zu Stande kommt. Denn bei den jüngsten Kommunalwahlen hatten nur 40 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage des Landes mit einer Arbeitslosigkeit von rund 18 Prozent und einem schwachen Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent könnte zwei populistische Parteien beflügeln, die Bürger zu einem "Nein" bewegen wollen. Polen hat bereits reichlich Erfahrungen im Handel mit EU-Ländern. Seit 1989 flossen Direktinvestitionen im Gesamtwert 61,6 Milliarden Dollar aus dem Ausland. Ein Großteil davon kam aus den EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien Italien und den Niederlanden. Die Regierung in Warschau hofft, nach dem EU-Beitritt den Zloty bis 2006 durch den Euro ersetzen zu können. (APA/dpa)