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Bundespräsident Thomas Klestil und der kroatische Staatspräsident Stipe Mesic

Foto: APA/Harald Schneider
Wien - Kroatien wird "auch künftig" mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag kooperieren. Dies sagte der kroatische Staatspräsident Stipe Mesic nach einem Treffen mit Bundespräsident Thomas Klestil am Donnerstag in Wien. Klestil betonte nach dem 45-minütigen Meinungsaustausch mit seinem Amtskollegen, dass Österreich den Weg Kroatiens in die EU unterstütze. Mesic nimmt am heutigen Donnerstag in Wien an der "Wirtschaftsblatt"-Konferenz "Kroatien auf dem Weg in die EU" teil. Kritikpunkt Auslieferung Bobetko Ein Hindernis bei der konkreten Annäherung Kroatiens an europäische und euro-atlantische Institutionen stellt derzeit die mangelnde Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag dar. Internationale Kritik musst Zagreb insbesondere einstecken, weil es den angeklagten Ex-General Janko Bobetko bis jetzt nicht ausgeliefert hat. In diesem Zusammenhang betonte Mesic, die Kooperation Zagrebs mit Den Haag müsse in Einklang mit der Satzung des Haager Tribunals wie auch mit den kroatischen Gesetzen erfolgen. Entscheidend sei die Kooperation vor allem deshalb, weil dadurch "die Schuld individualisiert und die kollektive Verantwortung aus der Welt geschafft "werden könne. Im "Fall Bobetko" liege die Entscheidung bei den kroatischen Gerichten, sagte Mesic. Der 84-jährige Ex-General, der für Kriegsverbrechen an serbischen Zivilisten verantwortlich gemacht wird, sei schwer krank und werde derzeit im Spital behandelt. Aus diesem Grund hätten auch die Mediziner zu entscheiden, ob Bobetko in der Lage sei, sich vor einem Gericht zu verantworten, sagte der kroatische Präsident. Österreich ist Kroatiens wichtigstes Partnerland Nach seinem bereits fünften Treffen in diesem Jahr mit Mesic erinnerte Klestil daran, dass Österreich mit 30 Prozent der Auslandsinvestitionen der größte Investor in Kroatien ist. Er kündigte zudem an, dass Kroatien demnächst eine Reform des Grundbuches, das noch aus der Zeit der k. u. k. Monarchie stammt, durchführen werde. "Die Entwicklung in Kroatien ist ohne österreichische Präsenz gar nicht mehr vorstellbar. Österreich ist für Kroatien das wichtigste Partnerland", betonte Mesic. Die Vereinigung Europas sei "unser Schicksal und unser Ziel". Es müsse alles unternommen werden, um dies so schnell wie möglich zu realisieren. (APA)