Wien - Eine Frau, die möglicherweise wegen einer Panne aus ihrem Auto gestiegen war, wurde am Mittwochabend auf der Westautobahn von mehreren vorbeifahrenden Autos überfahren und getötet. Laut Polizeibericht habe ein 42-jähriger Pkw-Lenker, der mit regulärer Geschwindigkeit und Beleuchtung unterwegs war, die auf der Fahrbahn stehende Frau erfasst. Die Frau wurde über den Pkw geschleudert und von mehreren nachkommenden Fahrzeugen überrollt. Die Leiche wurde bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Nach Ansicht der Kuratoriums für Verkehrssicherheit war dieser verheerende Unfall kein Einzelfall. Es zeige sich vielmehr, dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs sind: Der Unglückslenker war nach Darstellung des KfV nur dann mit regulärem Tempo unterwegs, wenn die Geschwindigkeit ein Anhalten innerhalb der Gefahrensichtweite zugelassen hat. Wer auf der Autobahn stur seine 130 Stundenkilometer fährt, obwohl er nicht weiter sieht, als sein Abblendlicht reicht, der macht sich im Falle eines Unfalls mitschuldig, warnt Armin Kaltenegger, Leiter der KfV-Rechtsabteilung. Fahrzeuglenkern, die mit einer Panne liegen bleiben, empfehlen die Fachleute, sich am besten hinter einer Leitschiene zu bewegen. Nachkommende Lenker müssen, wenn sie ein Pannendreieck oder ein Auto mit Warnblinkanlage sehen, damit rechnen, dass Menschen auf der Fahrbahn sind. (red, DER STANDARD Printausgabe 6.12.2002)