Wien - Für die Grünen hat der laufende Brüsseler Verkehrsministerrat in der Transitfrage bisher ein "Nullergebnis" gebracht. Ausnahmen für moderne Euro-4-Lkw und Vorarlberg lehnen die Grünen klar ab. Moderne Lkw produzierten bei Autobahntempo gleich viel Schadstoffe und Lärm wie alte Lkw. Eine Aufhebung der Ökopunkte-Pflicht für Hörbranz-Lustenau widerspreche der Alpenkonvention, wonach ganz Vorarlberg innerhalb der Sensiblen Zone Alpen liegt, und "wäre daher ein Verstoß gegen geltendes Recht", so die Grüne-Verkehrssprecherin Eva Lichtenberger in am Freitag einer Aussendung. Der Widerstand von Verkehrsminister Mathias Reichhold (F) gegen die auf dem Tisch liegenden Forderungen der EU-Partnerländer ist für Lichtenberger allerdings "nur mehr peinlich". Die "weiteren Begehrlichkeiten der Gegenseite" seien die logische Folge dessen, dass Reichhold ebenso wie Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit der absoluten Lkw-Obergrenze (108-Prozent-Klausel) "das entscheidende Element der Transitregelung" bereits aufgegeben hätten. Wie die SPÖ tritt auch Lichtenberger weiter für eine Beibehaltung der Fahrten-Obergrenze ein. Selbst wenn es nicht zu der von den Partnerländern geforderten Ausnahmen für bestimmte Lkw-Kategorien und Transitstrecken komme, hätte der 108-Prozent-Obergrenze eine Verdopplung der Transitfahrten durch Österreich zur Folge, bekräftigt die Grüne. "Das ist das Gegenteil eines Erfolgs, nämlich eine Kampfansage für die transitgeplagte Bevölkerung und die Umwelt in ganz Österreich", "eine schwere Hypothek für unser Land für die nächsten Jahre", so Lichtenberger. (APA)