Prag - Die tschechischen Sicherheitskräfte haben keine Informationen, dass die Terrororganisation El Kaida Anschläge gegen israelische Ziele in Prag vorbereitet. Das erklärte der tschechische Innenminister Stanislav Gross am Montag im tschechischen Rundfunk in Reaktion auf einen diesbezüglichen Bericht der israelischen Zeitung Yediot Ahronot. "Weder die israelischen noch die westlichen Geheimdienste haben derartige Informationen. Es ist eher an den Journalisten, die diese Information veröffentlicht haben, darauf zu antworten, ob sie sie erfunden haben oder woher sie sie haben", sagte Gross weiters, für den die Information der israelischen Zeitung in diesem Moment eine "abgeschlossene Sache" sei. Nach Auffassung von Gross handelt es sich möglicherweise um eine Schlussfolgerung daraus, dass es bestimmte Orte in der Welt gebe, wo sich zu bestimmten Zeitpunkten viele israelische Touristen aufhalten. "Und Prag ist in der Zeit vor Weihnachten ein gefragtes Ziel der Bürger Israels", so der Minister. Die tschechischen Sicherheitsorgane hätten nun keine Sondermaßnahmen veranlasst, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gälten bei jüdischen und israelischen Objekten in Tschechien schon seit dem 11. September 2001. Auch der Chef des tschechischen zivilen Spionagedienstes, Frantisek Bublan, hat keine Informationen über eventuelle Vorbereitungen eines Terroranschlags in Prag. "Wenn die Informationen über derartige Aktionen wahr wären, würden es die ausländischen Nachrichtendienste uns und nicht den Medien zur Kenntnis bringen. Kein Nachrichtendienst hat uns aber solche Information übergeben", sagte Bublan in der tschechischen Tageszeitung "Mlada fronta Dnes".

Der Chef des militärischen Spionagedienstes, Josef Proks, bestätigte, dass man keine Signale unterschätze und alle Informationen überprüft würden, auch wenn sie sich später als falsch erwiesen. "Die Ziele solcher Informationen sind verschieden: uns nervös und unsicher zu machen oder aber auch zu beruhigen und unsere Aufmerksamkeit zu schwächen und dann plötzlich zuzuschlagen", warnte Proks. (APA)