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John Snow, George W. Bush.

foto: apa/jaffe

Washington - Präsident George W. Bush hat den Chef des US-Bahnunternehmens CSX, John Snow, zum Nachfolger des zurückgetretenen US-Finanzminister Paul O'Neill berufen. Der 63-jährige Snow werde ein führendes Mitglied des neuen Wirtschaftsteams der US-Regierung, sagte Bush am Montag. Er kündigte zudem weitere Schritte an, um die Konjunkturerholung anzukurbeln.

Zuvor hatte es aus Regierungskreisen geheißen, die Berufung des früheren Chairmans der Investmentbank Goldman Sachs, Stephen Friedman, zum Nachfolger des ebenfalls zurückgetretenen Chefwirtschaftsberaters im Weißen Haus, Lawrence Lindsey, werde wahrscheinlich am Dienstag bekannt gegeben. O'Neill und Lindsey waren vergangene Woche aus dem Amt gedrängt worden. Kritiker hatten O'Neill eine unglückliche Kommunikation mit den Finanzmärkten vorgeworfen. Ferner galt er nicht als Fürsprecher weit reichender Steuersenkungen, die Bush zur Stimulierung der Wirtschaft anstrebt.

"John Snow hat sich hervorgetan als Wirtschaftsführer, als Experte für Wirtschaftspolitik, als Akademiker und als Staatsdiener", sagte Bush bei der Nominierung. Snow selbst versprach auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, das Wirtschaftsprogramm Bushs zur Belebung von Konjunktur und Arbeitsmarkt voranzubringen. Seiner Berufung muss nun der US-Kongress zustimmen, der von den regierenden Republikanern kontrolliert wird.

"Ausgewogene Personalauswahl"

In Regierungskreisen hieß es, mit Snow und Friedman wolle Bush vor den Präsidentenwahlen 2004 die Bemühungen zur Stimulierung der sich nur schleppend erholenden US-Wirtschaft verstärken. Analysten sprachen von einer ausgewogenen Personalauswahl. Während Snow gute Kontakte zur Industrie habe, sei Friedman ein Mann der Wall Street. An den Finanzmärkten gab der Dollar wegen der Unklarheit über die künftige Dollar-Strategie des neuen Finanzministers zeitweise nach.

Hauptaufgabe des neuen Wirtschaftsteams wird es sein, Anleger, Wähler und Abgeordnete von dem neuen Wirtschaftspaket zu überzeugen, das dem Kongress bereits im Jänner vorgelegt werden soll. Die Republikaner planen nach Angaben von Kongressmitarbeitern und Lobbyisten weiter gehende Schritte als ursprünglich vorgesehen, so etwa eine Senkung der Kapitalzuwachssteuer bei neuen Geldanlagen. Das Wirtschaftspaket könne sich für den Zeitraum von drei Jahren auf insgesamt 300 Milliarden Dollar belaufen. Ein ähnliches Programm hatte die Wirtschaftsvereinigung "Business Roundtable", in der Snow Mitglied ist, im vergangenen Monat vorgeschlagen. (APA/Reuters)