Rom - Nachdem am Montag 5.600 Arbeitnehmer des maroden Autokonzerns Fiat dienstfrei gestellt wurden, geben sich die italienischen Gewerkschaften nicht geschlagen. "Der Kampf gegen den Umstrukturierungsplan und den Verkauf des Pkw-Konzerns an den amerikanischen Partner General Motor geht weiter. Die Gewerkschaften stellen sich nicht dienstfrei", sagte der Chef des Gewerkschaftsverbands UIL, Luigi Angeletti. Insgesamt will Fiat 8.100 Arbeitsplätze streichen.

"Niederlage der Vernunft"

"In keinem Land der Welt kann das größte Unternehmen einfach abgebaut werden. Die Zukunft von Fiat ist keine private Angelegenheit", sagte Angeletti, der mit seinen Kollegen der Gewerkschaftsorganisationen CGIL und CISL über einen Generalstreik am kommenden Freitag diskutiert. Der Stellenabbau beim Autowerk sei eine "Niederlage der Vernunft", da der Umstrukturierungsplan die Probleme des Unternehmens nicht an der Wurzel in Angriff nehme. Einem vierstündigen Arbeitskampf gegen die Umstrukturierung schlossen sich am Montag Tausende von Fiat-Arbeitnehmern sowie die Belegschaft des Sportwagenherstellers Ferrari an.

Aufgebrachte Arbeitnehmer der Fiat-Werke von Arese (Lombardei) blockierten mehrere Stunden lang die Autobahnstrecke, die Mailand mit der Schweiz verbindet. Dabei kam es zu erheblichen Verkehrsproblemen. Demonstrationen fanden auch vor den Fiat-Werken Mirafiori in Turin statt. Der Bürgermeister der Industriemetropole, in dem sich das Fiat-Hauptquartier befindet, zeigte sich mit den entlassenen Arbeitnehmern solidarisch.

Fiat in der Defensive

Trotz der Angriffe verteidigte Fiat seine Sanierungsaktion. "Die Dienstfreistellung der 5.600 Arbeitnehmer ist der erste Schritt des Sanierungsplans, der bald positive Resultate bewirken wird", sagte Fiat-Generaldirektor Alessandro Barberis. Dem Plan zufolge seien Investitionen für neue Modelle vorgesehen, die Fiat zu stärkerer Konkurrenzfähigkeit verhelfen werden. Barberis zeigte sich bereit, den Dialog mit den Gewerkschaften neu aufzunehmen, der vergangene Woche abgebrochen war. (APA)