La Coruna - Knapp drei Wochen nach dem Untergang des Tankers "Prestige" hat Spanien Tausende von Soldaten zum Kampf gegen die Ölpest an die Atlantikküste in Bewegung gesetzt. Am Montag waren nach Rundfunkberichten rund 7.000 Militärs im Einsatz, um Strände und Felsküsten vom Ölschlamm zu befreien. Die Streitkräfte lösten die mehr als 10.000 Helfer ab, die am Wochenende aus allen Teilen Spaniens an die galicische Küste geströmt waren. Ein großer Teil der Freiwilligen kehrte mittlerweile in die Heimatorte zurück. An dem Einsatz der Streitkräfte beteiligten sich auch die Kriegsschiffe "Galicia" und "Pizarro". Die auf Landungsmanöver spezialisierten Besatzungen sollten die Ölpest an besonders schwer zugänglichen Küstenstreifen bekämpfen. Außerdem boten die Marine und die Luftwaffe sieben Hubschrauber und fünfzehn Überwachungsflugzeuge auf. Der spanischen Regierung war vorgeworfen worden, die Streitkräfte viel zu spät für den Kampf gegen die Ölflut mobilisiert zu haben. Falscher Alarm in Frankreich Ein dichter Algenteppich hat unterdessen einen Ölpest-Fehlalarm an der französischen Atlantikküste ausgelöst. Die am Wochenende von einem Flugzeug gesichtete Verschmutzung bei San Sebastian habe sich als zusammengepappte organische Masse entpuppt, räumten die Behörden am Montag ein. Aus der Luft könne sie durchaus mit einem Ölfleck verwechselt werden, hieß es. Knapp drei Wochen nach dem Sinken des Tankers "Prestige" befand sich das Öl demnach noch immer rund hundert von der französischen Atlantikküste entfernt. Es sei weiter wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass Ölflecken die französische Atlantikküste erreichten, erklärte Umweltministerin Roselyne Bachelot am Sonntagabend nach einer Krisensitzung in Paris. Die französische Regierung trieb die Vorbereitungen allerdings weiter voran. Der Vorsorgeplan Polmar wurde von der Küste an der spanischen Grenze auf das weiter nördlich gelegene Departement Landes ausgedehnt. Die Behörden machten sich bereits Gedankern über einen möglichen Einsatz von freiwilligen Helfern. Acht französische Fischereischiffe beteiligen sich in spanischen Gewässern am Kampf gegen die Ölverschmutzung. (APA/dpa)