Nur sechs Wochen und 40 Ausgaben lang konnte sich die neue dänische Tageszeitung "Dagen" halten. Das Blatt meldete laut Presseerklärung am Freitag Zahlungsunfähigkeit an und ist seitdem nicht mehr erschienen. Als Ursachen nannte Geschäftsführer und Gründer Peter Linck rückgängige Anzeigenumsätze und eine negative wirtschaftliche Entwicklung bei Blattverkauf und Marketing. An Modellen für einen Neustart werde gearbeitet, dafür werde es aber "einen großen Sack Geld" brauchen, sagte er der Tageszeitung "Politiken".Wenig Chancen Die Neugründung einer Tageszeitung in konjunkturell höchst ungünstigen Zeiten war noch vor wenigen Monaten als Ausnahmeerscheinung bestaunt worden ( etat.at berichtete). Skeptiker hatten dem Projekt allerdings von vornherein wenig Chancen eingeräumt. Linck selbst zeigt sich nun reuig und räumt Fehler ein: Man habe etwa die Anzeigenpreise zu hoch angelegt. "Wir waren vielleicht ein wenig arrogant", gibt er sich zerknirscht. Linck hat bisher 16 Millionen Kronen (2,15 Mio. Euro) mit "Dagen" verloren. Keine Finanzspritze in Sicht Als Auflage hatte sich "Dagen", das ein jüngeres, urbanes und gut verdienendes Publikum anpeilte, 20.000 Stück zum Ziel gesetzt. Rund 12.000 Abonnements wurden seit dem Start abgesetzt. Ein großes Loch in die Kasse riss laut "Politiken" allerdings die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Abonnenten bisher noch keinen Öre (Cent) bezahlt haben. Das Fass zum Überlaufen brachte übrigens ein verhältnismäßig kleiner Betrag: Ein Scheck über 36.845 Kronen (4.962 Euro) an eine Catering-Firma (laut "Politiken" für Brunch und Abendessen der Belegschaft über zwei Wochen) platzte. Kurzfristig konnte Linck keine weitere Finanzspritze auftreiben. Nun gebe es Gespräche mit potenziellen Investoren. Den Finanzierungsbedarf wollte der Zeitungsgründer nicht beziffern. (APA)