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Maximilian Schell bei seiner Dankesrede

Foto: REUTERS/Herwig Prammer

Wien - Der Regisseur und Schauspieler Maximilian Schell (72) und die Schauspielerin Maria Schell (76) wurden heute, Montag, in Wien von Kunststaatssekretär Franz Morak (V) mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet. Maximilian Schell nahm die Auszeichnung auch stellvertretend für seine Schwester entgegen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an der von starkem Medieninteresse begleiteten Verleihung teilnahm. Die Laudatio hielt Fernsehmoderator Thomas Gottschalk.

Moonboots im Knitteranzug

Er sei als Laudator nie besonders erfolgreich gewesen, leitete Gottschalk seine Rede ein, denn er werfe sich "ungern vor anderen in den Staub". Außerdem fehle ihm der nötige Ernst - eine Eigenschaft, die ihn mit Maximilian Schell verbinde. Statt auf die Erfolge des Oscar-Preisträgers - "wir kennen sie alle" - konzentrierte sich Gottschalk daher, im eleganten schwarzen Samt-Outfit, auf die menschlichen Qualitäten des Stars. Dass Schell, direkt vom Kärntner Almhaus der Geschwister kommend, in einem verknitterten hellen Anzug und die Hosenbeine in Moonboots gestopft, zum Festakt erschienen war - "Es ist zu spät, Maximilian. Diese Schuhe kann man nicht verstecken. Nicht in dieser Hose" - gehöre auch zu diesem für ihn typischen "Unernst in allen Dingen". Schell sei "immer authentisch, immer bei sich", er sei "immer ausgebrochen, ohne zu verletzen oder beleidigen", so Gottschalk. "Und in sechs Wochen wirst du sagen, wo ist eigentlich der Orden hingekommen?".

Bühnendebüt als Grashalm

"Als ich in Wien in die erste Klasse ging, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich einmal das Ehrenkreuz 1. Klasse erhalten würde," meinte Maximilian Schell in seiner Dankesrede. Sein Bühnendebüt habe er als Dreijähriger in Wien als Grashalm in einem "Blumenspiel" seines Vaters, eines Schriftstellers, gegeben, erzählte Schell weiter. Nachdem seine Mutter, eine Schauspielerin, als Regisseurin - "sonst hätte ich die Rolle natürlich nie bekommen" - seine Partnerin ausgetauscht hatte, habe er sich zunächst geweigert aufzutreten und schließlich seinen Zweizeiler wutentbrannt ins Publikum gebrüllt - und damit allseits Begeisterung geerntet. "Das ist wahrscheinlich die künstlerische Seite, für die ich das Ehrenkreuz bekomme", so Schell, der sich mit einem schlichten "Danke. Ja, und bis bald" verabschiedete. (APA)