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Foto: APA/Villagran

Wien - Der österreichische Tourismus hat trotz Konjunkturschwäche und Hochwasserkatastrophe in der abgelaufenen Sommersaison 2002 (Mai bis Oktober) bei den Nächtigungen und beim Umsatz zugelegt. Die Nächtigungen stiegen um 1,4 Prozent auf 60,1 Mio., der Umsatz wuchs um 6,2 Prozent auf 8,48 Mrd. Euro, berichteten Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann (F) und Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Egon Smeral. Für die Wintersaison 2002/03 erwartet Rossmann ein "leichtes Nächtigungs- und Umsatzplus", Smeral hingegen "ein Umsatzplus von 5 Prozent bei einem leichten Nächtigungsanstieg".

Für die kommende Sommersaison 2003 prognostiziert Smeral ein durch die Konjunkturflaute leicht abgeschwächtes Umsatzwachstum von 3 Prozent und einen leichten Nächtigungsrückgang. In der abgelaufenen Sommersaison 2002 wurde erstmals seit 10 Jahren wieder ein Nächtigungsplus verzeichnet, während Konkurrenten wie Deutschland, Schweiz und Südtirol Rückgänge aufwiesen, so Smeral.

Mai besonders gut gelaufen

Die Zuwächse in der Sommersaison sind auf ein starkes Mai-Ergebnis - plus 14 Prozent bei den Nächtigungen - und Zuwächse in den Monaten von Juli bis Oktober zurückzuführen. Im Juni wurde allerdings ein 2,9-prozentiges Nächtigungsminus verzeichnet. Im Sommer 2002 stand ein Rückgang der Inländernächtigungen von 1,4 Prozent einem Plus bei den Ausländernächtigungen von 2,7 Prozent gegenüber. Zuwächse wurden vor allem bei den Gästen aus Deutschland - dem wichtigsten Herkunftsland - mit plus 2,8 Prozent verzeichnet, auch Schweizer, Briten und Niederländer sowie Italiener, Franzosen und Belgier urlaubten verstärkt in Österreich. Bei Gästen aus den USA wurde ein Rückgang von 18,4 Prozent verzeichnet - sie stellen allerdings nur 1,5 Prozent der Gesamtnächtigungen.

Kärnten, Tirol, Burgenland als Gewinner

Nach Bundesländern waren Kärnten (plus 3,9 Prozent), Tirol (plus 3,8 Prozent) und Burgenland (plus 2 Prozent) die Gewinner der Sommersaison. Zuwächse verzeichneten auch Salzburg (plus 1,6 Prozent), Vorarlberg (plus 0,7 Prozent) und die Steiermark (plus 0,6 Prozent), während in Niederösterreich (minus 5,2 Prozent), Wien (minus 2,8 Prozent) und Oberösterreich (minus 2,2 Prozent) Nächtigungsrückgänge verzeichnet wurden. Knapp ein Drittel aller Touristen entschieden sich im Sommer 2002 für einen Urlaub in Tirol, je ein Sechstel für Kärnten und Salzburg.

Der Trend zum Qualitätstourismus halte weiterhin an, sagte der Tourismusexperte der Statistik Austria, Peter Laimer. Ein deutliches Nächtigungsplus verzeichneten vor allem Vier- und Fünfsternbetriebe (plus 3,6 Prozent), bei den Privatquartieren gab es hingegen ein Nächtigungsminus von 4,5 Prozent.

Die Ankünfte stiegen im Sommer 2002 um 1,3 Prozent auf 14,79 Millionen. Die mittlere Aufenthaltsdauer eines Gasts sank im Sommer auf 4,1 Tage, 1973 hatte sie noch 6,8 Tage betragen. Der Städtetourismus war im Sommer 2002 um 2,1 Prozent rückläufig. (APA/red)