Die Zeugeneinvernahmen im Fall um den Advanced eBook Processor gegen das russische Softwareunternehmen Elcomsoft in den USA sind abgeschlossen. Wie US-Medien berichten wird das Urteil in den nächsten Wochen erwartet. Die US-Staatsanwaltschaft und Adobe werfen dem russischen Unternehmen vor, mit seinem Advanced eBook Processor gegen US-Gesetze verstoßen zu haben. Die Schlussplädoyers beider Seiten stehen allerdings noch aus.

Testfall

Der Fall wird als wichtiger gerichtlicher Test für den umstrittenen Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gesehen, der den Verkauf von Softwareprodukten zur Umgehung von Kopierschutz-Mechanismen verbietet. Der Fall war im vergangenen Jahr nach der Verhaftung des Elcomsoft-Angestellten Dmitry Skylarov, der die Software geschrieben hatte, ins Rollen gekommen. Der Programmierer ging später nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft frei. Er musste sich verpflichten, gegen sein Unternehmen auszusagen.

Forschungsarbeit

Während seiner Aussage für die Verteidigung erklärte Skylarov, dass der Advanced eBook Processor als eine Forschungsarbeit entstand, um die Sicherheitslücken im Kopierschutz von Adobes eBook Reader aufzuzeigen. Alex Katalov, CEO von Elcomsoft, verteidigte sein Unternehmen, dass die Software innerhalb von fünf Tagen nach dem Erscheinen wegen einem Protest von Adobe wieder zurückgenommen wurde. Nur eine Version blieb wegen einem Fehler des US-Vertriebspartners Register Now acht Tage länger verfügbar. Während dieser Zeit wurde zumindest eine Kopie des Advanced eBook PRocessors vom staatlichen Los Alamos National Laboratory erworben.

Andere Argumente der Verteidigung, die den legalen Einsatz des Advanced eBook Processors durch die Besitzer von eBooks unterstreichen sollen, wurden allerdings vom Gericht abgelehnt. Inzwischen gehen Rechtsexperten in den USA davon aus, dass Elcomsoft zumindest in der ersten Instanz verurteilt wird.(Pte)