Singapur - Ursprünglich ist die Scud-Rakete ein simples, noch auf der Technolgie des Zweiten Weltkriegs aufbauendes Produkt sowjetischer Waffenschmieden. Wird sie allerdings mit einem atomaren, chemischen oder biologischen Gefechtskopf bestückt, wandelt sich die Scud zu einer gefährlichen Waffe. Die spanische Marine hat jetzt im Arabischen Meer ein nordkoreanisches Schiff aufgebracht, auf dem 15 Raketen der Scud-Variante Hwasong 6 versteckt waren. Es wird vermutet, dass sie in den Jemen gebracht werden sollten. Nach Erkenntnissen von "Jane's Strategic Weapon Systems", dem Standardwerk für solche Waffensysteme, verfügt Nordkorea über Scud-Raketen mit einer Reichweite von etwa 550 Kilometer. Dabei können sie einen 770 Kilogramm schweren Gefechtskopf transportieren. Unbestätigten Berichten zufolge arbeite Nordkorea an einer Langstreckenversion, wobei die Scud dann eine Reichweite von 800 Kilometer bei einer reduzierten Nutzlast von 300 Kilogramm hätte, heißt es bei "Jane's". Die Scud-Raketen, die von der Sowjetunion auf Basis der deutschen V-2-Rakete fortentwickelt wurden, gelten als wenig zielgenau. Nur jede zweite nordkoreanische Rakete soll ihr Ziel innerhalb eines Radius von einem Kilometer treffen. Militärexperten warnen allerdings, dass dies keine Entwarnung bedeute, wenn der Gefechtskopf zu einer Massenvernichtungswaffe ausgebaut werde. Um vom Irak abgeschossene Scud-Raketen abzufangen, hatten die USA und Israel im Golfkrieg 1991 das Flugabwehrsystem Patriot eingesetzt. Die Patriot erwies sich dabei nach Angaben von Militärexperten nicht als sehr effektiv. Hier soll das weiter entwickelte System PAC-3 Abhilfe schaffen. Das derzeit von Nordkorea eingesetzte Scud-Modell ist die Hwasong 6, die 6,4 Tonnen wiegt. Die Scud kann auch mobil von Fahrzeugen aus eingesetzt werden. Scud (Flitzer) ist der NATO-Name für die Rakete, die von den Russen als R-11 oder R-17 bezeichnet wird. (APA/Reuters)