Jerusalem - Zwei langjährige, als Friedensaktivisten bekannte hochrangige Politiker sind am Mittwoch aus der israelischen Arbeiterpartei ausgetreten, nachdem sie in einer Vorwahl für die Parlamentswahl am 28. Jänner nur aussichtslose, hintere Listenplätze erreicht hatten. Yossi Beilin - Architekt des Interimsabkommens von Oslo mit den Palästinensern - und die Frauenrechtlerin Yael Dayan - Tochter des verstorbenen Verteidigungsministers Moshe Dayan - wollen nun auf einer gemeinsamen Liste mit der linksgerichteten Meretz-Partei kandidieren. Meretz-Parteichef Yossi Sarid bestätigte im öffentlichen Rundfunk die Eintritte der beiden Politiker. In der Kandidatenliste der Arbeiterpartei sind zahlreiche ehemalige Generäle und Zentristen vertreten. Die Tageszeitung "Haaretz" bezeichnete sie als "Liste, die sogar (Ministerpräsident Ariel) Sharon anführen könnte". Dieser führt den rechten Likud-Block an. "Haaretz" zitierte Anhänger des früheren Parteivorsitzenden Benjamin Ben Elieser mit den Worten, die Marginalisierung Dayans und Beilins erhöhe die Chancen auf eine Neuauflage des Bündnisses zwischen Arbeiterpartei und Likud nach der Wahl. Dayan führte ihr schlechtes Abschneiden auf ihr Befürworten von Zugeständnissen an die Palästinenser zurück. Beilin hatte aus Protest gegen die Beteiligung der Arbeiterpartei an Sharons Regierung bereits im Juni die Bewegung Shahar gegründet. Sein Sprecher Uri Saki sagte, Shahar werde sich nun Meretz anschließen. Möglicherweise würden Shahar und Meretz sich nach der Wahl zu einer neuen Sozialdemokratische Partei zusammenschließen. (APA/AP)