... zumindest in der Berichterstattung im darüber: Man nimmt die heimischen Spitzen der Ämter für Gutes, Wahres und Schönes in letzter Zeit zwischen Zeit im Bild 1, 2, 3 und Seitenblicken nur recht einseitig wahr.

Wo nämlich im bodenständigen Bereich der gütige Landesvater bei der tagtäglichen Ehrung von Feuerwehr- und Rettungsmännern oder hundert Jahre alt gewordenen Muatterln sein lieb gewonnenes Tagwerk an den Imagewerten verrichtet - und danach ein Mittagessen gemeinsam mit Volkes Stimme bekommt, dort ortet auch die hehre Kultur einen unerschöpflichen Quell an in diesem Fall kreativer Zuneigung.

Böse Menschen behaupten ja, es handle sich bei diversen Verdienstkreuzen der Touristen- bis ersten Klasse oder bei Rathausmännern in Rot, Weiß und Slivowitz um höfliche Hinweise darauf, dass die Zeit bis zum Nachruf immer kürzer wird. Allerdings muss man zur Verteidigung manch eines Künstlers schon auch eines sagen:

So schnell kann ein Kammerschauspieler in seinen besten Jahren kurz vor Weihnachten gar nicht mehr rennen, als dass er nicht von unerbittlichen Ordensverleihern eingeholt und schließlich in diverse Festsäle verbracht werden würde. Dort hängt man ihm dann neben einer launigen Laudatio und Streichquartettmusik eine Plakette um. Alle lächeln in die Kamera und sind zufrieden. Irgendwo muss beim Fernsehen ja doch auch Zeit gefüllt werden. Sag: Käse! (schach/DER STANDARD, Printausgabe, 12.12.2002)