Salzburg - Der Preis der Rauriser Literaturtage 2003 geht an die 50-jährige Schweizer Autorin Katharina Faber. Die Jury hat diesen mit 7.300 Euro dotierten Preis für die beste Prosa-Erstveröffentlichung an Faber für ihren Erstlingsroman "Manchmal sehe ich am Himmel einen endlos weiten Stand" vergeben. Der Förderpreis der Rauriser Literaturtage geht an die 37-jährige Salzburger Filmemacherin und "Jungautorin" Gabriele Neudecker für deren unveröffentlichte Prosa "Glas.Gebirge".Motto "poetisch, elegisch, wenn man will, weich" Im 33. Jahr hat die Organisatorin der Rauriser Literaturtage, Brita Steinwendtner, das Motto "Versuchte Nähe" gewählt. "Um der aufkeimenden Kritik, die Literaturtage befassten sich nur noch mit dem literarischen Mainstream, entgegen zu wirken, ist das heurige Motto, poetisch, elegisch, wenn man will, weich", sagte Steinwendtner. "Tatsächlich ist das Programm 2003 eine bewusste Abkehr vom konkreten Thema 'Kriminalliteratur' der Literaturtage 2002." Einiges im Kommen Die Stars unter den SchriftstellerInnen, die von 2. bis zum 6. April 2003 in verschiedenen Gasthäusern der Salzburger Nationalparkgemeinde lesen, mit SchülerInnen arbeiten, aus dem Leben plaudern, Brot backen und sogar rappen werden, heißen Josef Haslinger, Inge und Walter Jens, Uwe Dick, Anselm Glück, der Münchner Underground-Philosoph Helmut Krausser, Alfred Kolleritsch oder die H.C. Artmann-Witwe Rosa Pock. Spannende Konfrontationen "Versuchte Nähe" bedeutet nicht nur, dass wir literarische und stilistische Gemeinsamkeiten herauszufiltern versuchen", erläuterte Steinwendtner. "Wir werden die Autoren immer paarweise zu Lesungen zusammen spannen und erwarten uns davon durchaus auch Konfrontationen, Neues, prickelnde Stimmungen und wechselseitige Motivationen. Etwa, wenn der virtuose "Sprachperformer" Dick auf den unergründlich-irrwitzigen Glück trifft. Oder wenn der Weltklasseschachspieler, Klaviervirtuose, Rocksänger und "Obdachlosen-Poet" Krausser auf den Bestsellerautor Haslinger trifft, der seine Texte mit zwei Live-Musikern rappen wird. Lese-Tradition "Die Rauriser Literaturtage wurden am Anfang mit ablehnender Skepsis beäugt, jetzt stehen die Rauriser aber geschlossen hinter 'ihrem Literaturfestival'", sagte der Rauriser Bürgermeister Robert Reiter. Dazu hätten vor allem die Projekte engagierter Lehrerinnen mit den SchriftstellerInnen in den Schulen und die so genannten Störlesungen beigetragen. Bei diesen in alter Handwerkertradition gehaltenen Lesungen werden LiteratInnen in den privaten Freundeskreis auf Bauernhöfe geladen, um dort ihre Kunst zu präsentieren. (APA)