Wien - Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Donnerstagnachmittag im Gemeinderat auf die Dringliche Anfrage der Grünen zum Thema "Haus der Heimat" offensiv geantwortet - zu "nicht latenten, sondern offen ausgesprochenen Vorwürfe" der vorsätzlichen Subventionierung der rechtsextremen Szene durch die Stadt Wien. Derartige Diffamierungen wolle er entschieden zurückweisen. Die Anfrage erscheine ihm als "reichlich seltsam", da die Grünen im Parlament der Bundessubvention zugestimmt hätten, so Häupl.Landsmannschaften-Gesetz Laut Häupl ist das "Bundesgesetz über die Gewährung einer Bundeszuwendung an den Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs" am 20. September 2002 im Nationalrat beschlossen worden, und zwar mit den Stimmen der Grünen. Der Wiener Bürgermeister verwies zudem auf einen Beschluss aus dem Jahr 1995, wonach damals die Rathaus-Grünen im zuständigen Ausschuss sogar einer Subvention für die Errichtung des "Hauses der Heimat" zugestimmt haben. Er erachte es als unzulässig, "dass alle Vertriebenen pauschal als rechtsradikal punziert werden", auch wenn er nicht bestreiten wolle, dass es solche gegeben habe. "Ich kann sie nur bitten, ihre historische Sicht zu schärfen und sich mit den Fakten zu beschäftigen", meinte Häupl in Richtung der Grünen Kultursprecherin Marie Ringler. Universitäts-Vergleich Er gehe davon aus, dass sich die Veranstalter im "Haus der Heimat" an die Rechtsordnung halten, so Häupl weiter. Sollte dies nicht der Fall sein, sei es Aufgabe der zuständigen Behörden, strafbare Handlungen zu ahnden und letztendlich zu unterbinden. Er habe selbst dagegen demonstriert, wenn Rechtsradikale an der Universität aufgetreten seien, betonte der Bürgermeister: "Aber die Universität werden wir deswegen mit Sicherheit nicht auflösen." In einer "sehr persönlichen Schlussbemerkung" griff Häupl zu scharfen Worten: Es sei eine "unbeschreibliche Unterstellung", wenn behauptet werde, dass er kein hundertprozentig geklärtes Verhältnis zum Nationalsozialismus habe. "Das lasse ich mir von euch nicht bieten, da kenne ich keinen Spaß", ließ er die Grünen wissen. Marie Ringler betonte in ihrer Reaktion, dass sie das keineswegs getan habe. Gleichzeitig präsentierte sie ein weiteres Papier: Die Wiener Grünen haben am Nachmittag zusätzlich zur Anfrage auch noch einen Antrag eingebracht. Darin ersuchen sie den Bürgermeister, sicherzustellen, dass dem "Haus der Heimat" keine finanziellen Mitteln seitens der Stadt zukommen. Nach Angaben der Grünen werden die Sozialdemokraten diesem aber nicht zustimmen. (APA)