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Neue Perspektive für Wien: Das European Space Policy Institute wird in der Bundeshauptstadt angesiedelt.

Foto: APA/Pfarrhofer
Wien - Es werden zwar keine Raketen vom Kahlenberg starten - und es werden sich wohl künftig auch nicht Raumfahrer mit den Worten "Vienna, we have a problem" melden. Dennoch wird die österreichische Bundeshauptstadt zu einem Zentrum der europäischen Raumfahrtpolitik. Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat am Donnerstagnachmittag entschieden, das European Space Policy Institute (ESPI) in der österreichischen Bundeshauptstadt einzurichten, teilte Infrastrukturminister Mathias Reichhold (FP) am Freitag mit. Erfolg mit Neutralität "Wir sind überglücklich, das ist eine echte Sensation, erklärte der Chef der Österreichischen Weltraumagentur (ASA), Klaus Pseiner, in einer ersten Reaktion. Denn Österreich konnte sich damit gegen starke internationale Konkurrenz durchsetzen. Um den Sitz des europäischen Zentrums für Weltraumpolitik haben sich schließlich Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, England und Belgien beworben. Den Ausschlag für Wien hat nach Ansicht des ASA-Chefs die - auch weltraumpolitisch - neutrale Position Österreichs und die garantierte Unabhängigkeit des Instituts gegeben. Laut Pseiner hat das ESPI enorme strategische Bedeutung: "Wenn man sich die Notwendigkeit der strategischen Neuausrichtung der Weltraumfahrt vor Augen führt, kann man sich vorstellen, wie wichtig dieses Institut ist, das ein Thinktank für die Entwicklung von Langzeitstrategien zur Positionierung Europas in der Raumfahrt werden wird." Drei Pfeiler In der Startkonfiguration wird das Institut laut Pseiner mit zwölf Mitarbeitern ausgestattet. Es werde sich dabei um Spitzenwissenschafter aus den verschiedensten Bereichen handeln und nicht um Bürokraten. Über die Besetzung der Direktion werde voraussichtlich im Frühjahr entschieden. Inhaltlich ruhe das ESPI auf den drei Pfeilern politvorbereitende Arbeiten, wissenschaftliche Forschung und Ausbildung. Die Reaktion von Infrastrukturminister Mathias Reichhold: "Österreichs Bemühungen, in Wien ein Gast- und Unterstützungsinstitut für europäische Forscher und Gelehrte zu errichten und mit diesem Institut Europa als geopolitische Einheit zu stärken, wurden letztendlich von Erfolg gekrönt." Überdies erfülle es ihn auch "mit besonderem Stolz, dass sich Österreich gegen die starke internationale Konkurrenz durchsetzen konnte". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.12. 2002)