Leverkusen - Bayer Chemicals, ein Unternehmensbereich der Bayer AG, hat eine Technologie entwickelt, durch die Textilien mit einer aromatherapeutischen Wirkung ausgerüstet werden können. Die Gewebe enthalten Millionen von Mikrokapseln mit natürlichen Essenzen, die das geistige und körperliche Wohlbefinden steigern sollen. Das Projekt Bayscent Aromatherapy wurde in Italien entwickelt. Es soll sich für alle Textilien eignen, die mechanisch beansprucht werden - also Kleidung, Teppiche und Polsterstoffe. Die Aromapalette reicht von fruchtigen und blumigen Düften bis hin zur Sandelholznote. Darüber hinaus wurde ein "Neutralizer" entwickelt. Der "intelligente" Geruchsstopper neutralisiert unangenehme Gerüche wie Schweiß oder Rauch. Die Duftstoff-Präparation wird in einer patentierten, weitgehend diffusionsdichten Mikrokapsel aus Polyurethan eingeschlossen. Die Mikrokapseln kommen als 50-prozentige wässrige Dispersion in den Handel, die zur Verarbeitung beliebig mit Wasser verdünnt werden kann. Bei Bewegung bzw. Reibung an der Haut reißen diese Mikrokapseln auf und setzen die in ihnen befindlichen Substanzen frei. Freisetzung durch Druck Das Funktionsprinzip ist laut Bayer vergleichbar mit dem von Durchschreibepapier, das mit einem mikroverkapselten Farbpigment beschichtet ist. Es funktioniert nach dem Release-on-Demand-Prinzip. Durch Druck erfolgt die häufig wiederholbare Freisetzung der Duftkomponente. Die Freisetzung erfolgt allerdings nur bei der mechanischen Beanspruchung des Textils. Italienische Hersteller von Unterwäsche und Sportbekleidung sowie Raumausstatter haben mit Bayscent bereits Produkte entwickelt. Das Mailänder Unternehmen Alcantara entwickelte Polsterstoffe, die durch zarte Düfte eine behagliche und entspannende Atmosphäre schaffen sollen. Textilien von Piave Maitex und Jersey Lomellina enthalten z.B. Aloe Vera zur Hautpflege oder Acerola, eine Vitamin C-Komposition aus der Acerolakirsche. Es stärkt das Immunsystem und schützt durch seine antioxidative Wirkung den Organismus. (pte)