La Coruna/Madrid - Am Wrack des gesunkenen Öltankers "Prestige" ist mit Hilfe eines Spezial-U-Bootes ein Riss erfolgreich abgedichtet worden. Wie Spaniens Vizeregierungschef Mariano Rajoy am Freitag in Madrid mitteilte, schloss die Besatzung des französischen Mini-U-Boots "Nautile" eine der 14 Bruchstellen mit einer Metallplatte. Nun müsse abgewartet werden, ob die Abdichtung halte.

Fraglich, ob auch die anderen Risse abgedichtet werden können

Offen ist ebenfalls noch, ob auch die anderen Risse an dem 3.600 Meter tief auf dem Meeresgrund liegenden Wrack geschlossen werden können. Der Tanker war vor dreieinhalb Wochen mit etwa 50.000 Tonnen Schweröl an Bord 250 Kilometer vor der Küste Nordwestspaniens gesunken. Durch die Risse strömen pro Tag 125 Tonnen in den Atlantik. Der Strom könnte schon bald abnehmen, sagte Rajoy. Das Öl in den Tanks kühle sich allmählich ab und werde dickflüssiger.

An der spanischen Atlantikküste verschaffte ein Drehen des Windes den Bewohnern eine kurze Atempause vor der erwarteten nächsten Ölflut. Auf Grund einer zu erwartenden neuerlichen Winddrehung steht der Region Galicien jedoch für das Wochenende eine neue Ölpest bevor. Es würde sich dabei um die dritte Ölflut in der Region seit dem Tankerunglück handeln.

Die Madrider Regierung beschloss, ab 1. Jänner allen einwandigen Tankern mit gefährlichen Ladungen die Benutzung spanischer Häfen zu untersagen. Dies gelte für Einhüllentanker, die Teer, Roh- oder Schweröl geladen haben, teilte Rajoy mit. Die Spanier stellten der Regierung von Ministerpräsident Jose Maria Aznar nach der Katastrophe ein verheerendes Zeugnis aus. Fast 83 Prozent der Befragten meinten in einer Umfrage, Aznar und seine Minister hätten zu langsam auf die Katastrophe reagiert.(APA/dpa)