Kopenhagen/Laibach - Slowenien hat nach den Worten des scheidenden Ministerpräsidenten Janez Drnovsek seine EU-Beitrittsverhandlungen mit der dänischen Ratspräsidentschaft am Freitag abgeschlossen. Slowenien erhalte für die Jahre 2004 bis 2006 einen zusätzlichen "Netto-Cash-flow" von 48 Millionen Euro, sagte Drnovsek gegenüber beim EU-Gipfel in Kopenhagen. Drnovsek zeigte sich mit dem Ergebnis "relativ zufrieden": "Wenn man realistisch ist, ist es das, was heute möglich war."

Der slowenische Europaminister Janez Potocnik sagte gegenüber der APA, die EU hatte in ihrem jüngsten Vorschlag für die Jahre 2004 bis 2006 bisher rund 200 Millionen Euro an Kompensationszahlungen geboten. Diese Summe habe man um 48,7 Millionen Euro erhöhen können. Außerdem müsse Slowenien nun um 16 Millionen Euro pro Jahr weniger in die Europäische Investitionsbank (EIB) einzahlen.

Potocnik zeigte sich "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis. "Wir sind nicht hier gekommen, um ein Drama aus den Verhandlungen zu machen, sondern um sie zu krönen. Wir wollten keine Situation schaffen, in der der Beitritt gefährdet ist, so lange die Bedingungen fair sind". Potocnik versicherte, dass er für das Verhandlungsergebnis die Unterstützung aller Parteien im slowenischen Parlament habe.

Kurz vor der Einigung hatten slowenische Medien noch berichtet, die slowenische Regierung habe sich unzufrieden über die von der EU angebotenen jährlich 67 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren geäußert. Slowenien argumentierte laut Nachrichtenagentur STA, diese Zahlungen seien unzureichend, denn 67 Millionen stellten nur 0,28 Prozent des Bruttonationaleinkommens dar. Die direkten Rückzahlungen müssten erhöht werden. Auch zwei angebotene "Erleichterungen" habe die slowenische Seite als unannehmbar empfunden, war berichtet worden.

Auch Malta und Zypern akzeptieren Angebot

Aus diplomatischen Kreisen verlautete weiter, dass auch Malta und Zypern das Angebot der EU angenommen hätten. Das Zweier-Gespräch zwischen dem EU-Ratsvorsitzenden, dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, und dem polnischen Ministerpräsidenten Leszek Miller wurde mittlerweile beendet. Über das Ergebnis der Unterredung wurde vorerst nichts bekannt. Derzeit beraten die Regierungschefs der 15 EU-Staaten über die weitere Vorgangsweise. (APA)