München/Wien - Nach einer Aufstellung der nordrhein-westfälischen Steuerfahnder schuldet der frühere FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesparteivorsitzende Jürgen W. Möllemann dem Fiskus aus seinem Auslandsvermögen mehrere Millionen Euro. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" in seiner am Montag erscheinenden Nummer meldet, werde deshalb eine Anklage gegen den ehemaligen deutschen Vizekanzler und Wirtschaftsminister wegen Steuerhinterziehung immer wahrscheinlicher. Auf dem Konto der Banque Nationale de Paris (BNP) in Luxemburg hatte Möllemann seit 1993 fast sechs Millionen Euro deponiert. Bei einer Minimalverzinsung von fünf Prozent seien pro Jahr etwa 300.000 Euro Zinsen angefallen, schreibt das Magazin. Bei Steuerhinterziehung tritt erst nach fünf Jahren eine Verjährung ein, so dass Möllemann mindestens 1,5 Millionen Euro Zinserträge hinterzogen habe. Nach "Focus"-Informationen soll Möllemann seine letzte Steuererklärung 1998 abgegeben und nie Auslandsvermögen angegeben haben. Zusätzlich droht dem Politiker Strafverfolgung wegen Hinterziehung von Einkommenssteuer. Die Luxemburger Millionen soll er nicht als Einnahme erklärt haben. (APA)