Hamburg - CDU-Chefin Angela Merkel hat ein Ende der Diskussion über eine Große Koalition in Deutschland gefordert. "Unser Land braucht keine Große Koalition", sagte Merkel dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Bündnisse zwischen SPD und Union halte sie für "nicht besonders reformfähig". Den Vorwurf von Unionsfraktionsvize Horst Seehofer (CSU), sie strebe das Amt der Vizekanzlerin unter einem SPD-Regierungschef an, wies Merkel zurück. "Da liegt er falsch", sagte sie dem Hamburger Magazin. Bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen schließe sie eine Große Koalition ohnehin "kategorisch" aus, sagte Merkel. Rot-Grün habe eine knappe Mehrheit, "aber immerhin eine Mehrheit". Dagegen nannte Hamburgs CDU-Vorsitzender Dirk Fischer es "falsch", eine Große Koalition auszuschließen. "Ein Bündnis von SPD und Union hätte eine große Mehrheit in Bundestag und Bundesrat - und könnte größere Reformkraft entfalten als Rot-Grün", sagte Schmidt der "Bild am Sonntag". Zwar sei es zunächst an SPD und Grünen, die "erdrückenden Probleme" des Landes zu lösen. "Wenn die SPD aber bei uns ankommt und das Scheitern des rot-grünen Projekts eingesteht, dann wird sich die CDU nicht verweigern", sagte Fischer. Ähnlich äußerte sich Bremens Innensenator Kuno Böse (CDU): Wenn es darum gehe, in Krisenzeiten unbequeme Reformvorhaben durchzusetzen, sei die Große Koalition ein "gutes Modell", sagte er der "BamS". "Persönlich würde ich der Union raten, auf Bundesebene eine Große Koalition nicht von vornherein abzulehnen", sagte Böse. In Bremen regiert eine Große Koalition. (APA)