Den Haag - ÄrztInnen am Medizin-Zentrum der Universität in der niederländischen Stadt Leiden (LUMC) haben bei einer Krebsbehandlung einen Eierstock einer jungen Frau in deren Oberarm verpflanzt. Dadurch sollte das Organ vor Beschädigung durch Bestrahlungen nach Entfernung der Gebärmutter geschützt werden, berichtete die Zeitung "de Volkskrant" am Samstag.

Die Operation, die bereits Anfang des Jahres ausgeführt wurde, wurde von einem Sprecher des Zentrums am Samstag bestätigt. Der erste Eingriff dieser Art in den Niederlanden sei nach dem Muster einer Operation im Jahr 2000 am Weil Medical College der Cornell University in New York (USA) ausgeführt worden.

Künstliche Befruchtung bleibt wahrscheinlich möglich

Die Operation hat nach Angaben der ÄrztInnen den gewünschten Erfolg gebracht. Jüngste Analysen hätten bestätigt, dass die Hormonfunktion des Eierstocks der Krebspatientin intakt geblieben sei. Jetzt werde es für möglich gehalten, dass reife Eizellen aus dem Eierstock der Frau sogar zu einer künstlichen Befruchtung genutzt werden könnten.

Die Ärzte hatten die ungewöhnliche Verpflanzung gewählt, weil die Bestrahlungen nach Entfernung der von Krebs befallenen Gebärmutter oft die Eierstöcke in der Bauchhöhle beschädigen. Wenn die Eierstöcke junger Frauen ausfallen, könnten die Wechseljahre zu früh einsetzen und zur Knochenentkalkung sowie zu erhöhtem Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten führen. (APA/dpa)