Wien - Die ersten Beobachtungen des Handels, dass am dritten Adventsamstag die Umsätze neuerlich geringer ausfielen, als erhofft, dürften sich bestätigen. Die offiziellen Umfragenergebnisse über das bisherige Weihnachtsgeschäft und den vergangenen vorweihnachtlichen Samstag werden zwar erst morgen vorgelegt, Branchenvertreter bestätigen aber schon heute - mit wenigen Ausnahmen wie Parfümerien, Buch- oder Spielwarenhandel - kaum Umsatzzuwächse.

"Wir haben nach wie vor zweistellige Zuwachsraten", betont etwa Finanzchef der französischen Parfümeriekette Marionnaud, die in den vergangenen Jahren Impo und Holzer übernommen hat. Er erwartet, dass auch heuer wieder viele Parfumflacons etc. unter den Christbäumen liegen werden. Immerhin macht diese Branche ein Viertel des Umsatzes in den letzten 4 Wochen des Jahres.

Buchhandel gewinnt

Auch der Buchhandel sieht sich weiter als "Gewinner" im Weihnachtsgeschäft. Der Dezember-Umsatz der zum Douglas-Konzern gehörenden Amadeus-Großbuchhandlungen lag bisher um 5 bis 6 Prozent über dem Vorjahr. Vor allem in den Ballungszentren laufen die Geschäfte gut, so der Neo-Geschäftsführer Wolfgang Heger.

Auch beim amerikanischen Spielwarenmulti Toys'R'Us kann sich Österreich-Chef Franz Schweighofer über den bisherigen Geschäftsverlauf nicht beklagen. Der dritte Adventsamstag sei deutlich über dem Vorjahr gelegen. Besonders gut laufen auch hier die Frequenzlagen, insbesondere das Haus bei der SCS.

SCS profitiert

Österreichs größtes Einkaufszentrum die SCS im Süden von Wien profitierte am vergangenen Wochenende vom winterlichen Wetter. Frequenz und Umsätze lagen laut Zentrumsmanager Christoph Adamek auf Vorjahresniveau und besser als bisher, nachdem die Geschäfte an den ersten beiden Samstagen im Dezember eher schleppend angelaufen waren. "Die kunden schauen länger und kaufen dann kurzfristiger", so Adamek. Deutliche besser als im Vorjahr gingen heuer auch SCS-Gutscheine, die in allen Geschäften eingelöst werden können.

Der Marktführer im heimischen Elektrohandel, die Media/Staurn-Gruppe muss es zwar heuer mit einstelligen Zuwachsraten - flächenbereinigt - im Weihnachtsgeschäft ebenfalls etwas bescheidener geben als in den Jahren davor, "In diesem Umfeld ist das absolut positiv, wir können uns nicht beklagen", betont Österreich-Chef Gerhard Sandler gegenüber der APA.

Weniger erfreut mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts zeigt sich bis dato dagegen der Textilhandel: Beim Wäscheriesen Palmers - zu dem auch Gazelle gehört - ist man mit den Umsätzen zwar zufrieden, allerdings liegen sie nicht ganz auf Vorjahresniveau, so Konzern-Sprecherin Anna Straberger. Als Geschenk bewährt sind offenbar nach wie vor Gutscheine und Münzen, auf die rund ein Viertel der Weihnachtsumsätze bei Palmers entfallen.

Die Hoffnungen des Handels liegen nun generell bei den "Spätkäufern". Bei den ebenfalls zum Palmers-Konzern zählenden Boutiquen von Don Gil (Per la Donna, Gil, Braun & Co, Boss etc. ) ortet man schon für den vergangenen Samstag ein Anziehen der Verkäufe, ein Trend der sich im Laufe der Woche noch verstärken sollte. Montag der 23. Dezember sollte nach Ansicht der Edel-Boutiquen-Betriebe sogar wie ein falscher Samstag funktionieren.

Diese Hoffnung teilt Brigitte Kappel von der Emotion Trade GmbH mit 10 Kookai- und Mexx-Boutiquen in ganz Österreich nicht. Zwar sei der dritte Einkaufssamstag weniger schlecht ausgefallen als der zweite, an der geringere Kauflust und dem Insistieren der Kunden auf Rabatten habe sich aber nichts geändert. Und am nächsten Wochenende vermutet sie viele Kunden schon im Winterurlaub. (APA)