Jerusalem - Die israelische Regierung hat offenbar Beratungen über einem möglichen Abzug der Armee aus dem Zentrum von Bethlehem zu Weihnachten aufgenommen. Wie der israelische Rundfunk am Montag berichtete, liefen derzeit entsprechende Gespräche unter der Leitung des Bürochefs von Ministerpräsident Ariel Sharon, Dov Weisglass. Nähere Angaben machte der Sender nicht. Erst am Sonntag hatte ein hochrangiger israelischer Regierungsbeamter mitgeteilt, Sharon wolle die Besetzung der Geburtsstadt Jesu im Westjordanland über Weihnachten aufrecht erhalten, die christlichen Feste aber nicht behindern. Palästinenserpräsident Yasser Arafat sollte an der Teilnahme an der traditionellen Mitternachtsmesse gehindert werden, da er "nichts gegen den Terrorismus unternommen" habe.

Nach einem Selbstmordanschlag in Jerusalem Ende November waren israelische Truppen wieder in die Stadt einmarschiert und halten sie seitdem besetzt. Bei einer Papst-Audienz am Donnerstag hatte der israelische Staatspräsident Moshe Katzav versprochen, die Armee für die Weihnachtsfeiertage aus der 150.000-Einwohnerstadt abzuziehen, wenn es keine Terrorwarnungen gebe. Im Zentrum Bethlehems stehen die Geburtskirche Jesu und die franziskanische Sankt-Katharinen-Kirche, in der die Mitternachtsmesse gefeiert wird. (APA)