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Foto: REUTERS/RADU SIGHETI

New York - Auch mehr als ein Jahr nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban in Afghanistan sind Frauen in weiten Teilen des Landes immer noch Opfer von systematischen Menschenrechtsverletzungen. Frauen und Mädchen würden auch von Regierungstruppen und Beamten "missbraucht, belästigt und bedroht", erklärte die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch (HRW)" am Montag in New York.

In einem Bericht über die Lage der Frauen in der westlichen Provinz Herat heißt es, Frauen würden von der politischen Führung ausgegrenzt und könnten sich nicht frei politisch betätigen. Gouverneur Ismael Khan, der finanziell und militärisch von den USA unterstützt wird, lasse Frauen verhaften, die in Begleitung fremder Männer gesehen würden.

In Herat würden allein stehende Frauen von der Polizei in Krankenhäuser gebracht und auf ihre Jungfräulichkeit untersucht, berichtet HRW. Auch in anderen Landesteilen außerhalb der Hauptstadt Kabul würden Kleidungs- und Verhaltensvorschriften aus der Taliban-Herrschaft wieder in Kraft gesetzt und etwa Mädchenschulen angegriffen. Die internationale Gemeinschaft missachte die Rechte der Frauen, indem sie repressive Kriegsherren unterstütze, kritierte HRW. Unter den Taliban waren die Frauen seit 1996 vom öffentlichen Leben in Afghanistan weitgehend ausgegrenzt.

Präsident Karsai dementiert

Karsai wies die Kritik zurück: Entgegen dem Bericht habe sich die Lage der Frauen seit dem Sturz der Taliban vor rund einem Jahr nicht verschlechtert, betonte der Präsident. Die Rechte der Frauen seien eine der obersten Prioritäten seiner Regierung. Inzwischen könnten Frauen wieder im öffentlichen und privaten Sektor arbeiten. Auch seien Schulen wieder für Mädchen geöffnet. (APA)